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Hörmal | 21.04.2019 | 07:45 Uhr

Ostern: Fangesänge zum Kantersieg

Ostern: Fangesänge zum Kantersieg

Vielleicht lag es daran, dass der FC Null zu Null gegen Mainz gespielt hatte. Ne ziemlich lahme Partie. Jedenfalls gestehe ich: ich war nur einmal im Fußballstadion. Seitdem nie wieder. Daniel, ein Kumpel von Kirchens, hatte vorher gesagt: Da musst du mal hin. Allein die Fangesänge – das ist wie ein Hochamt. Aber: Ich bin halt nicht so ein riesen Fan vom Fußball. Und dann sind die Fangesänge zwar beeindruckend. Aber eben halt nicht umwerfend.

Wobei: Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne singe. Und laut. Ich kann ‘ne ganze Kneipe nieder singen. Aber, dann muss Karneval sein. Meistens singe ich daher nicht die Kneipe kurz und klein, sondern die Kirchen. Ja. Ich gestehe: Ich bin Fan vom Singen im Gottesdienst. Ist meine Art von Gebet.

Und gestern, ja gestern war so etwas wie der liturgische Heimsieg der Christen: Osternacht. 7 Wochen lang verkneifen Christen sich, das Halleluja zu singen. Das haben schon die Priester im Jerusalemer Tempel gesungen und das hatte ne ähnliche Funktion wie das „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“ im Stadion – ein Weckruf eben.

Wenn Sie mal so richtig diesen Halleluja-Effekt mitbekommen will, müssen Sie eben mal in die Osternacht. Das lohnt sich – aus meiner Sicht. Die Osternacht ist eine ziemlich spektakuläre Liturgie: zuerst Zappenduster in der Kirche. Dann das berühmte Lauffeuer der Osterkerze. Dann braust irgendwann, nach ganz schön vielen Lesungen, die Orgel auf zum „Oster-Halleluja“. Nach „sieben Wochen ohne“. Und dann hält mich meistens nix. Dann schmettere ich sie alle nieder – ohne Rücksicht auf Verluste. Jesus lebt – Halleluja! Ein liturgischer Urschrei.

Das Halleluja wird ab da in der Osternacht in ziemlich vielen Liedern gesungen. Und zum Teil singe ich dann sogar solche Fangesänge - so nenn ich das jetzt mal - die eine Spur zu dick aufgetragen sind wie: „In deinem Blute gereinigt von Schuld, freun wir uns wieder der göttlichen Huld“. Das ist starker theologischer Toback. Aber: Das sind halt auch z.T. uralte Worte, die ich mir dann in den Mund lege. An Ostern hab ich kein Problem damit. Dann schmunzele ich und denk mir. Das waren halt damals deren Fangesänge. Hier geht es um Aufstieg. Hier geht es um Auferstehung. Und daher schmettere ich dann weiter: „Preis Dir Du Sieger von Golgatha! Sieger wie keiner! Halleluja!“

Ja, ich bin Fan von Ostern. Und zugegeben: Mein Verein, die katholische Kirche, die ist gerade ziemlich im Formtief. Das Kirchenvolk schwächelt. Manche Hirten geben Äußerungen ab wie theologische Kreisliga-Trainer. Und dann die Sache mit dem Missbrauch und so. Das stellt vieles in Frage. Aber: Es geht an Ostern auch nicht darum, dass ich Fan meiner Kirche bin. Ich bin Fan von diesem Ostergedanken: Das Leben ist stärker als der Tod! Das Kreuz? Ein Kantersieg!

Je älter ich werde, umso mehr denke ich vor Ostern darüber nach, was in dem Jahr schon wieder so angefallen ist – quasi die Fouls, die ich im Leben hinnehmen musste.

Und dann hilft mir enorm, in der Osternacht davon zu hören, dass Gottes Liebe stärker ist als der Tod. Das ist die unglaublichste Geschichte von allen. Und zugleich die wichtigste Geschichte in meinem Glauben. Wenn das stimmt mit der Auferstehung, dann ist es das wert, Gott dafür zu loben. Ich bin Fan von Ostern. Ich möchte bis zum letzten Atemzug daran glauben können, dass diese Liebe siegt, an die ich glaube. Und daher, mit den Worten, des uralten Kirchenliedes noch einmal: „Gib, dass wir stets Deine Wege gehen, glorreich wie Du aus dem Grabe erstehen“. Halleluja und frohe Ostern!

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