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Hörmal | 28.04.2019 | 07:45 Uhr

Außenpolitik von unten

Außenpolitik von unten

Heute ist ein Festtag, der etwas vergessen ist: Heute ist der Welttag der Partnerstädte. 1963 wurde der ausgerufen für den letzten Sonntag im April.

Unübersehbar waren damals in den Städten noch die Kriegslücken, der Eiserne Vorhang war durch den Mauerbau zementiert. Kein Wunder: Städtepartnerschaften waren damals stark im Kommen.

Fast jede Kommune hat heutzutage mindestens eine Städtepartnerschaft. Führend in Deutschland ist Köln, mit 24, darunter Tel Aviv in Israel und Rio de Janeiro in Brasilien. Die meisten Partnerschaften gibt es übrigens zwischen Städten in Europa.

Noch in den 90er Jahren erinnere ich mich an manches Partnerschaftsfest in meiner Heimatstadt Kempen und klar: Unvergessen der Schüleraustausch nach Frévent in der Normandie.

Vielleicht liegt es an mir: Aber ich höre heutzutage nicht mehr allzu viel von Städtepartnerschaften. Gerade mal an den Ortsschildern lese ich davon, aber mein Eindruck ist, das alles war mal vitaler.

Vielleicht liegt es daran, dass die Erinnerung an den Weltkrieg verblasst: Da war damals das geteilte Leid der Menschen. Ich erinnere mich an den Dom zu Münster, wo eine Plakette hängt, die an die Kathedrale von York in England erinnert. York wurde u.a. von Münster aus bombardiert, Münster umgekehrt von England aus. Dass sich diese Städte nach dem Krieg verbunden haben, auch im Gedenken, das war einer von vielen Schritten zur Versöhnung in Europa.

Eine Städtepartnerschaft hält dabei manchmal mehr aus, als die Tagespolitik. Die älteste verbürgte Städtepartnerschaft geht übrigens auf das Jahr 836 zurück und sie besteht zwischen Paderborn und Le Mans in Frankreich. Die Geschichte zwischen diesen beiden Städten ist so unglaublich und so europäisch – und auch so herrlich katholisch: Weil die in Paderborn für ihren Dom keinen Heiligen hatten, haben die aus Le Mans den Paderbornern kurzerhand ihren verstorbenen Bischof geschenkt. Den Heiligen Liborius, bester Freund vom Sankt Martin.

Na und dass Liborius von Frankreich aus nach Paderborn kam, das wird jedes Jahr riesig gefeiert. Das Band, das zwischen Paderborn und Le Mans geknüpft wurde, das konnten keine Kriege kappen, kein Nationalismus, auch keine Ideologie – denn es liegt tiefer begründet.

Städtepartnerschaften – das ist im besten Sinne: Außenpolitik von unten. Und ich würde sagen, in solchen Partnerschaften zeigt sich auch etwas, was eigentlich jedem Christen klar sein sollte: Wir gehören zu einer Menschheitsfamilie. Uns verbindet mehr als uns trennt. Denn diese universale Solidarität, die gehört zum Grundgut der christlichen Identität. Nicht das Spalterische.

Es geht um die Einsicht: Wir sind keine Inseln, sondern ein Netzwerk, über Jahrhunderte geflechtet und tief gegründet – europaweit und weltweit. Und das braucht Einsatz über Grenzen hinweg – auch über Sprachbarrieren hinweg.

Jedes Netz droht rissig zu werden, wenn es nicht hin und wieder gepflegt wird. Daher ist jede funktionierende Städtepartnerschaft Teil dieses Netzwerkes und ein Garant für den Frieden, den wir hierzulande genießen. Es gilt dieses Netzwerk weiter zu knüpfen und zu pflegen. Übrigens: Die nächste Chance, das konkret zu tun, ist die Europawahl im nächsten Monat. Zur Wahl zu gehen, bedeutet im besten Sinne Netzwerken als Bürgerin und Bürger Europas.

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