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Kirche in WDR 4 | 08.07.2019 | 08:55 Uhr

Gott ist klug

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist, ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja.

Gestern ist in Köln schwer was losgewesen. Es war CSD, Christopher Street Day. 50 Jahre ist das Ereignis nun her, weswegen es diesen Gedenktag gibt. In der Christopher Street in New York ist am 28. Juni 1969 in der Bar Stonewall Inn der Stonewall-Aufstand losgegangen. Zum ersten Mal haben sich Schwule, Lesben und Transgender gegen willkürliche Gewalt durch die Polizei gewehrt. Und um des ersten Jahrestages des Aufstands zu gedenken, ist das Christopher Street Liberation Day Committee gebildet worden. Daraus ist eine internationale Tradition gewachsen, im Sommer eine Demonstration für die Rechte von Schwulen und Lesben abzuhalten. In Köln gibt es die nun schon seit vierzig Jahren.

Es gibt Menschen, die sagen: Was stellen die sich noch so an? Homosexuelle Menschen haben in Deutschland doch dieselben Rechte wie heterosexuelle Menschen. Sie dürfen heiraten, Kinder adoptieren, Vermögen vererben. Jetzt ist es doch auch mal gut. Tja. Kann man so sehen. Ist aber nur die halbe traurige Wahrheit. Vor ein paar Wochen in einer Londoner U-Bahn: Zwei Frauen, ein Paar, werden von ein paar Jugendlichen verprügelt. Nur weil sie zegen, dass sie sich lieben. In London! Mitten in Europa! Ist das zu fassen?

Auch die Kirche, vor allem die katholische glaubt über Homosexuelle viel sagen zu müssen. Homosexualität ist therapierbar, sagen manche.  Homosexuelle Beziehungen sind unvollkommen, weil beim Sex keine Kinder gezeugt werden. Homosexuelle Menschen untreu, denn sie wechseln oft den Partner.

Und so weiter.

Mir geht das ehrlich gesagt schwer auf die Nerven. Heute ist Montag, die Menschen beginnen wieder mit dem Arbeiten. Und ich finde, es gibt genug Menschen, die jeden Tag die Erfahrung machen müssen, dass sie eingeteilt, begutachtet und in Schubladen gesteckt werden. Du bist zu oft krank. Du bist nicht belastbar. Du kannst das nicht. Du bist nicht gut genug. Du bist eine Frau, du bist zu schwach, du bist ein Mann, du bist zu grob. Zu klein. Zu groß. Zu hässlich. Zu teuer. Dein Abi ist zu schlecht. Du bist Ausländer. Du bist zu alt. Zu speckig. Zu unmodern. Du hast keine Erfahrung.

Und so weiter.

Bei euch ist das nicht so, sagt Jesus mal, als er über Macht nachdenkt. Und in einem alten wunderbaren Psalm lese ich: „Gott, du selbst hast mein Innerstes geschaffen, hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass ich so staunenswert und wunderbar gestaltet bin. Ich weiß es genau: Wunderbar sind deine Werke.“

Heute ist wieder Montag, und ich wünsche mir mal eine Woche, in dem wir einander nicht ständig bemessen, bewerten und in Schubladen stecken. In der wir nicht ständig Ansprüche aneinander stellen und einander ändern wollen, weil wir angeblich nicht gut genug, fromm genug, katholisch oder heterosexuell genug sind. Ich wünsche mir eine Woche, in der wir wenigstens versuchen, mal übereinander zu staunen.  

Gott ist nämlich klug. Ich glaube, er braucht keine Nachhilfe von uns. Seine Welt ist staunenswert und wunderbar, selbst dann, wenn sie dir persönlich auf den ersten Blick nicht gefällt. Dann

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