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Kirche in WDR 3 | 30.04.2019 | 07:50 Uhr

Sekundenglück

 „Sekundenglück“ (Herbert Grönemeyer)

Klar, an Herbert Grönemeyer scheiden sich die Geister. So ist das beim Musikgeschmack.Aber ich bekenne mich als Fan und daher habe ich gleich sein neues Album gekauft.

Für mich ist Grönemeyer ein phantastischer Musiker. Großartig ist er in seinen Texten und in der Phantasie seiner Wortschöpfungen.

Und so hat sein neues Album auch so einen wortschöpferischen Titel. Es heißt: Sekundenglück.

Grönemeyer singt im Lied Sekundenglück von einem Tag, der alles ist - außer gewöhnlich. Es gibt kein Problem an diesem Tag, ja er hat sogar die richtige Kühle.

Es ist die Stille der Gefühle. Im Refrain kommt Grönemeyer dann auf den Punkt:

 

Sprecher:

„Und du denkst dein Herz schwappt dir über, fühlst dich vom Sentiment überschwemmt, es sind die einzigartigen tausendstel Momente, das ist, was man Sekundenglück nennt.“

 

Ich habe mich gleich in das Wort verguckt. Sekundenglück – das kenne ich nur zu gut, auch wenn mir bislang das richtige Wort dafür gefehlt hatte.

Manchmal sind es die ganz unscheinbaren Dinge, die Sekundenglück bedeuten können.

Und manchmal erschließen sich Erlebnisse erst im Nachhinein als Sekundenglück.

An ein solches Erlebnis erinnere ich mich sehr genau:

Ich war abends unterwegs vom Hautbahnhof in Düsseldorf mit der U 72 zu mir nach Hause.

Die U-Bahn war zu dieser Stunde recht leer, so dass ich mich sogar setzen konnte.

Wie die meisten anderen Fahrgäste habe ich da mit meinem Smartphone gesessen.

Musste noch Geburtstagsgrüße tippen.

An einer Haltstelle ist dann eine ältere Dame eingestiegen und hat sich mir gegenüber hingesetzt. Und während ich tippe nehme ich wahr, wie die Frau mich mustert.

„Entschuldigen Sie, ich muss noch kurz einen Geburtstagsgruß zu Ende schreiben“, höre ich mich sagen.

Die Dame lächelt: „Ich habe so ein Handy nicht. Dafür bin ich zu alt“. Und wir kommen ins Plaudern über Menschen mit Smartphones in den Bahnen, die ihren Blick nicht mehr aufrichten.

Ich erzähle von meinen Kindern, die über social-media Kanäle ihre Informationen ziehen.

Darauf die Dame: „Ich beschäftige mich lieber mit der Weisheit, die von Gott kommt“.

Und so fangen wir beide an, uns auszutauschen über die Weisheit, die von Gott kommt und was wir damit jeweils verbinden.

Das Wissen um die Begrenztheit des eigenen Lebens. Das Vertrauen darauf, dass es einen Gott gibt, der uns schützend begleitet.

Plötzlich merke ich, dass ich an der nächsten Haltestelle aussteigen muss.

„Wo sind wir denn?“, fragt die ältere Dame. Und ich darauf: „Rather Broich“.

„Oh“, lacht sie, „dann habe ich meine Haltestelle verpasst.

Wir steigen beide aus und ich begleite sie noch zur gegenüberliegenden Haltestelle und warte noch ein Weilchen. Kurz bevor sie in die U-Bahn steigt, dreht sie sich mir zu und sagt: „Ich segne Sie und danke Ihnen!“

Herbert Grönemeyer würde sagen: Eine Bahnfahrt, die alles war - außer gewöhnlich.

Ein Dialog über die Weisheit Gottes und ein Segen zum Abschied.

Sekundenglück, eben.

 

Der älteren Dame bin ich dankbar für diese Erfahrung.

Und Grönemeyer bin ich dankbar für dieses Lied.

Ihnen wünsche ich heute eine Erfahrung von Sekundenglück!

Und dass ihr Tag alles wird – außer gewöhnlich!

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