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Kirche in WDR 4 | 08.06.2019 | 08:55 Uhr

Ein verwandelter Ort

Guten Morgen!

Letztes Jahr habe ich unsere Partnerkirchen in Indien besucht. Lange Zeit erinnerte mich anschließend ein Foto auf meinem Schreibtisch an diese Reise und die Begegnungen dort. Das Foto zeigt ein Mädchen, das vielleicht sieben Jahre alt ist. Der Gesichtsausdruck des Mädchens ist eine Mischung aus Vielem: Sie lacht, sie ist begeistert, sie staunt.

Die Begeisterung dieses Mädchens hat ihren Ursprung im Singen: Sie singt ein Lied in ihrer kleinen Schule gemeinsam mit vielleicht zwanzig anderen Kindern. Die Schule ist ein ganz einfaches Gebäude, nur ein Raum, gestampfter Lehmboden, sonst nichts.

Und hier singen Kinder aus christlichen, muslimischen und hinduistischen Familien mit Begeisterung ihre Lieder und tanzen und bewegen sich dazu. So entstand dieses Foto.

Ich schaue es mir oft an. Denn die Kinder und ihr Singen haben mich berührt, nicht nur wegen des Gesangs. Und das hat einen besonderen Grund.

Denn was das Foto nicht festhalten kann, sind die Gerüche. Gestank dringt durch die offenen Fensterhöhlen dieser kleinen Schule. Draußen vor dem Schulgebäude ist es nur schwer zu ertragen, so übel riecht es. In den offenen Gräben vor den armseligen Häusern und Hütten um die Schule stehen die Abwässer und verbreiten ihren unerträglichen Geruch. Das Foto ist entstanden in einem Slum, einem Wohngebiet für die Ärmsten in Ranchi im Nordosten Indiens.

Und mitten in diesem Slum, wo die Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen leben, gibt es diesen Ort für die Kinder. Äußerlich macht er nicht viel her, aber es ist ein Ort, der den Kindern Zuflucht gibt; ein Ort, an dem sie eine warme Mahlzeit am Tag erhalten. Es ist ein Ort, an dem sie lernen können und so ist es ein Ort, der Zukunft verheißt - eine andere Zukunft als die Gegenwart, die sie mit ihren Familien jetzt erleben.

Der CVJM, der Christliche Verein Junger Menschen, dort in Ranchi, hat diesen Ort geschaffen. Die Menschen, die sich dort im CVJM engagieren trägt eine Gewissheit: Die Botschaft von der Liebe Gottes hat eine verändernde und verwandelnde Kraft. Deshalb wollen sie konkret die Lebensumstände der Menschen verändern. Solche Orte wie dieses Wohngebiet der Ärmsten verwandeln. Mit der Liebe Gottes im Ohr und im Herzen, schauen sie, schaue ich anders auf diese Orte und ihre Bewohner. In den Psalmen der Bibel lese ich ein Gebet von einem, der von Gott verwandelt wurde. Es lautet so: „Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet.“ (Psalm 30,12)

Davon habe ich bei diesen Kindern in ihrer kleinen Schule etwas erlebt. Und ich habe gedacht: Was für eine Kraft entfaltet der Glaube. Da singen Kinder ihre Glaubenslieder – fröhlich, mitten im Gestank. Da schaut einer den anderen an und sieht in ihm oder ihr unabhängig von der sozialen Stellung und dem religiösen Herkommen, Geschöpfe Gottes. Das gibt ihnen allen – den Slumbewohnern wie den Helfern - eine besondere Würde und so behandeln sie einander dann auch.

Das sind Momente, in denen sich etwas verwandelt in der Welt. Gute Momente.

Mit der Liebe Gottes im Herzen und im Ohr anders hinsehen und seine verwandelnde Kraft spüren – das wäre ein guter Tag, findet Landessuperintendent Dietmar Arends aus Detmold.

 

Die Bibel, Luther 2017. 

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