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Sonntagskirche | 14.03.2021 | 08:55 Uhr

Herbert


Es gibt so Typen, die vergisst du nicht. Ein Leben lang! Selbst dann nicht, wenn Du sie vielleicht nur kurz kennenlernen durftest in deinem Leben. Denn: Die Begegnung  hat (ganz sprichwörtlich) „gesessen“. Die hat geprägt und ganz nachhaltig etwas in Bewegung gebracht.

Herbert nämlich… Der war so einer in meinem Leben – bei Herbert hats „gesessen“. Herbert habe ich über eine Ecke im Studium kennen gelernt. Er ist der Vater einer damaligen Kommilitonin – wir sind immer noch befreundet. Ihr Mann ist Patenonkel meiner Tochter. Und bei der Hochzeit der beiden habe ich Herbert so richtig kennen gelernt. Herbert war ne Marke. Beim Aufbau zum Polterabend, in seiner Garage. Plötzlich nimmt Herbert mich bei Seite. Er führt mich zum geöffneten Garagentor. Dort hing – etwa in der Mitte der Garage – an einer Art Ketten- und Seilkonstruktion befestigt – ein Tennisball von der Decke. Herbert (und ich sehe noch seinen Blick vor mir) präsentierte mir dieses (wie er es nannte) „hauseigene Patent“. Immer, wenn das Auto beim einparken in der Garage den Ball an einer bestimmten Stelle berührte, war man sicher: Der Wagen steht perfekt. Nicht zu nah an der Rückwand, nicht zu nah am Tor, nicht zu nah an den Seitenwänden. „Das ist was, oder? Man muss es sich einfach machen!“ – Ich nickte zustimmend. Aber damit noch nicht genug: Danach präsentierte er mir noch selbst konstruierte, praktische Stehaschenbecher, die er einst für ein Vereinsheim entworfen und erstellt hatte. Nicht zu schwer für den Transport – aber trotzdem stabil und standfest.

Herbert war ein Leben lang als Ingenieur im Bergbau tätig und so schoss es aus ihm heraus: „Wenn die Jungen´s da unten Licht brauchten, konnten wir ja auch nicht sagen: Geht nicht! Da mussten die Kollegen ran!“  Sein Fazit hat sich bei mir eingebrannt: „Rumsitzen gibt es nicht! Ich sag´ immer: Mach irgendwas! Aber mach was!“.

Wir haben uns seitdem in Abständen immer wieder getroffen und es gäbe noch viel von ihm zu erzählen. Kleine und große Geschichten eines liebenswerten Menschen, der sich mit Pfiffigkeit, Kreativität und einer großen Portion Humor nicht mit den Dingen zufriedengab. Ein Mensch, der irgendwas tun musste, um es ganz sprichwörtlich heller zu machen in der Welt. 

Heute, am 4. Fastensonntag, feiern wir Christen quasi die „Halbzeit“ der Fastenzeit. Dieser Sonntag hat in meiner Kirche den lateinischen Namen „Laetare“ – Freut euch! Es wird langsam das helle Osterlicht am Horizont sichtbar. Und im Evangelium, das in allen Gottesdiensten verkündet wird, heißt es an einer Stelle:

„Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht.“

Es geht also um Menschen, die es verstanden haben: Du machst es dann richtig und wahrhaftig, wenn es heller und Licht wird. Heller in deinem Leben. Heller in deinem Alltag. Heller für alle, die mit dir unterwegs sind. Christen nennen das vielleicht auch „österlicher“. Denn es gilt ja letztlich: Wir müssen dieses Leben hier gestalten.  „Mach was. Mach irgendwas! Aber: mach was!“

Für Herbert ist es bereits endgültig hell. Er starb an Weihnachten vor 2 Jahren.

Mit einem Augenzwinkern glaube ich: Wahrscheinlich hat er „da oben“ bereits den ein oder anderen praktischen Kniff umgesetzt. Falls im Himmel irgendwo ein Tennisball an nem Seil zum Einparken hängt – dann war das Herbert.

Wie dem auch sei. Heute an Laetare möchte ich mich an den Erinnerungen an Herbert erfreuen und mir ein Beispiel an ihm nehmen. Ich mach was… irgendwas… aber: ich mach was, damit es heller (und damit ein wenig österlicher) in meinem Alltag wird!

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