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Kirche in WDR 2 | 31.08.2019 | 06:20 Uhr

Seelsorge am Serienende

Autorin: Sie kennen das sicher auch, sie gehen ins Internet und als erstes ploppen mal mehr oder weniger interessante  Nachrichten auf.  Zuletzt gab es da aber ein Angebot, an dem ich hängengeblieben bin; Seelsorge für enttäuschte Fans der Serie Game of Thrones.  In England können sie – natürlich auch übers Internet - Hilfe finden. Mich hat das interessiert, was steckt da eigentlich hinter?  Darüber habe ich mit Iris Müller- Friege gesprochen. Sie ist Seelsorgerin in einer psychiatrischen Fachklinik.

O-Ton: Ich finde da auch wichtig zu bedenken, dass diese Serie acht Jahr lief,  acht Jahre ist ein großer Lebensabschnitt und ich kann mir gut vorstellen, dass Menschen, die die Serie sehr für sich mochten und da sehr weit reingegangen waren, dass das für die wie so ein Lebensgefährte geworden ist und da ist Trauer bei Verlust an der Stelle was ganz Normales und man spricht ja auch von Serienloch.

Autorin: Ja, kenne ich auch. In der Regel legt sich der Frust ja wieder und  man nutzt die Zeit dann anders. Manche Serien haben aber ein besonders hohes Suchtpotential. Um so trauriger ist die Fangemeinde, wenn die  Serie abrupt endet:

O-Ton: Wir wissen ja alle, dass Abschied uns leichter fällt, wenn es auch so was wie ne Vorbereitung gibt, wenn es noch letzte Worte gibt noch ein großes Showdown, dann ist der Abschied doch leichter als wenn plötzlich die virtuelle Welt zusammenfällt und es nichts mehr gibt.

Autorin: Und wenn es da nicht mehr viel gibt, wird es problematisch. Jetzt ist es ja so, dass doch viele von uns, eine Menge Zeit mit Medien verbringen. Woran merke ich eigentlich, ob ich vielleicht doch zu viel am Bildschirm hänge?

O-Ton: Wenn ich meine sozialen Kontakte hinten anstelle, da gilt eben das alte Motto „Sucht geht immer vor Beziehung“ also egal, wenn ich eingeladen werde, das fühlt sich dann emotional eben auch ein bisschen lau an, in diesen Serien gibt es verdichtete Emotionen, und das ist viel aufregender wie dieser Alltag,

Autorin: In der Fachklinik in Essen werden die Menschen unterstützt, die wirklich in ein Loch gefallen sind, die eine Depression entwickelt haben oder eine Phobie vor realen Kontakten. In England gibt es jetzt im Internet ein Seelsorge Angebot für enttäuschte Fans. Auf einer Serviceseite findet man neben dem Klempner und dem Hundepfleger auch den  Seelsorger. Passt das?

O-Ton: Trauerbegleitung und Seelsorge gehörten schon immer zusammen, so  dass ich das gar nicht absurd finde, wenn das angeboten wird, wenn das allerdings, krankhaft wird oder Krankheitswert hat und in ne Sucht umschlägt, die wirklich hartnäckig ist, wär`s auch gut, einen Spezialisten aufzusuchen, also einen Psychotherapeuten. Vielleicht auch gerade jemanden, der darauf spezialisiert ist.

Autorin: Für alle, die ihren Medienkonsum  produktiv nutzen wollen, hat Pfarrerin und Seelsorgerin Iris Müller- Friege noch eine Idee.

O-Ton: Wenn ich  mich frage, mit wem identifiziere ich mich, wer ist mein Held kann ich davon ausgehen, dass ich die Eigenschaften, die ja meist gute sind, also Treue und auch Entschlossenheiten letztlich auch in mir habe. Und es geht, glaube ich, darum diese heldischen Eigenschaften,  die wir auch haben, auch mehr in unser Leben zu bringen, aber da liegt auch ein Reiz; der Held seines eigenen Alltags zu werden.

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

 

 

 

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