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Kirche in WDR 5 | 15.11.2019 | 06:55 Uhr

No one is a stranger to me


Guten Morgen!

„Wenn eine Weltordnung zusammenbricht, beginnt das Nachdenken darüber.“ Der Satz hat mich geradezu elektrisiert. Er stammt von dem Soziologen Ulrich Beck. Und es ist richtig, denn wir erleben gerade, wie unsere Welt immer mehr aus den Fugen gerät. Da sind weltweite Krisenszenarien, politische und wirtschaftliche Abhängigkeiten, globale Wetterphänomene, deren Auswirkungen wir unmittelbar zu spüren bekommen und denen wir uns nicht einfach entziehen können. Ich denke an weltweite Wanderungsbewegungen von Menschen, die vor Hunger, Krieg, Verelendung fliehen; an Überschwemmungen, Hurrikans, Tsunamis, aber auch an langanhaltende Trockenheit und Versteppung ganzer Landstriche; an den Rückgang der Biodiversität, deren Folgen wir noch gar nicht abschätzen können.

Und so frage ich mich: Wo sind denn die Orte des Nachdenkens und Weiterdenkens, wo all die zusammenfinden, denen das Wohl der Menschen und der Menschheit am Herzen liegt, die sich den nationalen und globalen Herausforderungen stellen und miteinander um die besten Lösungen ringen - allerdings nicht abgehoben, sondern konkret, handlungsorientiert, kampagnenfähig? Wo sind die Orte, wo es um die Grundfragen des Lebens und des Zusammenlebens geht, um Hilfe für Bedürftige und Schutz für die Schwachen, um den Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden? Wo sind die Orte des Nachdenkens, an denen nicht nur geredet wird, sondern Impulse zum Handeln erwachsen, zum Dienst am Nächsten.?

Solche Orte gibt es bereits: Zum Beispiel in den vielen Sendungen der aktuellen Themenwoche der ARD mit dem Motto „Zukunft Bildung“. Denn Bildung ist der Schlüssel für die Bewältigung der Zukunft in einer Welt, die aus den Fugen gerät. Aber eine Woche reicht da nicht aus. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin Leiter einer Sozialakademie in Dortmund, wo Bildung eines unserer wichtigsten Ziele ist. Und Bildung geschieht täglich und ganz konkret.

Deutlich wurde mir das, als wir kürzlich unser Jubiläum in Dortmund gefeiert haben. Die internationale Musikband Gen Verde sang dazu ein Lied, das mich tief angesprochen hat:

Musik: Gen Verde (https://www.youtube.com/watch?v=dZedrw3M7uY)

„No one is a stranger to me“ - „Niemand ist mir fremd“. Ich weiß, das hört sich sehr ambitioniert an. Dahinter steckt aber die Neugier, sich ein realistisches Bild von der Wirklichkeit zu machen, immer wieder neu, und immer wieder vom andern her zu denken: Niemand ist mir fremd.

Die Begründung liefert mir als Christ ein treffender Text des Zweiten Vatikanischen Konzils. Da heißt es (GS1)

Sprecher: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände.“

Bildung, um bei den Menschen zu sein, um vom andern her zu denken. Ob die Weltordnung zusammenbricht oder nicht: das liegt letztlich an uns Menschen. Wir haben nur diese eine Erde, und es ist diese eine Menschheit, die für sie Verantwortung trägt – jeder einzelne, sie und ich. Papst Franziskus hat das mit seinem Appell noch einmal sehr deutlich gemacht, „die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde“ (Laudato si, 49). Er fordert dazu auf, „mit allen gemeinsam die epochale Herausforderung zu überwinden, eine gemeinsame Kultur der Begegnung und eine globale Zivilisation des Bundes aufzubauen“.

Es könnte der Beginn einer neuen Bildung aus religiöser Kraft sein: die Bereitschaft zur Übernahme globaler Weltverantwortung, damit die Menschheit eine Zukunft hat. Denn „niemand ist uns fremd“.

Ich bin Peter Klasvogt aus der Kommende Dortmund. Kommen Sie gut durch den heutigen Tag!



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