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Kirche in WDR 2 | 23.07.2020 | 05:55 Uhr

Frisches Steingrau

„Wie? Sie haben noch nichts geplant für Ihren Urlaub?“
Diese Frage höre ich alle Jahre wieder. Und ernte erstaunte bis mitleidige Blicke. Ich bin nämlich ein absoluter Planungsmuffel in Sachen Urlaub. Irgendwas ergibt sich schon kurzfristig. Und wenn es ein Urlaub zuhause ist. Für die meisten ist das absolut unverständlich, wie mir scheint.
Und das nicht nur, weil man frühzeitig buchen muss, um die volle Auswahl zu haben oder ein Schnäppchen zu ergattern. Für viele Menschen scheint die Urlaubsplanung, ein Jahr im Voraus, auch wichtig fürs Seelenheil zu sein. Ich höre immer wieder Sätze wie: „Ohne Vorfreude auf den nächsten Sommerurlaub komme ich nicht durch das Jahr.“  

Und da geht bei mir das Staunen los und ein bisschen auch das Mitleid. Ich weiß: Vorfreude soll ja die schönste Freude sein. Aber wenn ich die Vorfreude auf den Urlaub brauche, um die Zeit davor auszuhalten, dann stimmt für mich was nicht.

Ich meine: Bei 30 Urlaubstagen bleibt ja noch ganz schön viel Restjahr übrig. Ist die Zeit vor und nach dem Urlaub dann das notwendige Übel, um den nächsten Urlaub zu planen, das Geld dafür zu verdienen oder die Fotobücher von der letzten Reise zusammenzustellen? Also nur ein Leben zwischen Vorfreude und Erinnerung? Das geht für mich nicht. Ich möchte weder das ganze Jahr auf die paar Wochen Urlaub warten, noch mein ganzes Arbeitsleben auf den Ruhestand.

Das ganz Alltägliche macht schließlich den größten Teil unseres Lebens aus. Da nur auf Vorfreude zu setzen, scheint mir zu wenig.

Soviel Jetztfreude wie möglich, das ist mein Versuch, Selbstfürsorge zu betreiben.

Als ich vor ein paar Jahren mal völlig entkräftet an der Ostsee ankam und direkt nach der Ankunft in den Strandkorb fiel und zwei Stunden tief und fest durchschlief, obwohl um mich herum lautstark der Sandburgenvergleich tobte, da ist für mich am Ende des Urlaubs ein wichtiger Groschen gefallen. „So geht das nicht, Michaela.“ Das, was im Urlaub am schönsten ist, das braucht mehr Platz im Alltag.

Für mich ist das, unverplant zu sein. In den Tag hineinleben zu können. Mein echter Luxus im alltagsgrau. Natürlich geht das nicht immer. Sogar meistens nicht. Aber ich versuche das an so vielen Tagen wie möglich.
Mit Sandstrand unter den Füßen oder auf dem heimischen Sofa. In jedem Fall mit einem guten Kaffee in der Hand.

Noch nicht wissen, was heute ansteht. Das ist für mich pure Jetztfreude.  Pläne mache ich später.

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