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Kirche in WDR 5 | 16.05.2020 | 06:55 Uhr

Lektionen

Guten Morgen!

Wenn die Dinge sich anders entwickeln, als ich sie mir vorstelle, dann habe ich schnell den Ausruf auf den Lippen: „Ich kriege eine Krise!” Bislang ging es dabei nur um Kleinigkeiten. Die Corona-Pandemie ist nun eine ganz große Krise. Die Pandemie hat uns in eine existenzielle, soziale, ökonomische und politische Ausnahmesituation gestürzt.

Krisen zeigen schmerzhaft, wie verletzlich, wie ungesichert das eigene Leben ist: „Was bleibt mir eigentlich noch, wenn ich meinen Arbeitsplatz verloren habe?” „Bin ich das, dessen Leben im trostlosen Einerlei dahingeht?” „Was kann ich überhaupt noch erwarten, glauben und hoffen?“

Oft heißt es: Krisen – sind Wendepunkte. Solche Lebenssituationen fordern Entschiedenheit, auch wenn vieles unklar erscheint. Krisen setzen dabei auch Kräfte frei: Ich sehe plötzlich, dass die Dinge in eine falsche Richtung laufen. Und Krisen enthalten Momente der Ent-täuschung. Und wer ent-täuscht wird, verliert seine Täuschung über die Realität.

Manchmal sind Krisen auch wie ein Tritt in den Hintern: „He, aufgewacht, so geht es nicht weiter!” Aber tatsächlich bin ich oft unbeweglich und träge: Ohne Leidensdruck kommt es nicht zu Veränderungen.

In der Bibel finde ich Krisen zuhauf. Und der christliche Glaube ist mit Krisen vertraut. Ja, der christliche Glaube selbst führt sogar in die Krise. Er fordert mich heraus zu sagen, wo ich stehe, „welche Götter ich habe” – und wer ich eigentlich bin.

Kein Wunder, dass eines der ersten Worte Jesu lautet: „Kehrt um!” Kehrt um und lauft nicht weiter in die falsche Richtung.

Umkehren ist eine Kunst und bedeutet zunächst einmal Stehenbleiben und die Wegrichtung ändern. Umkehr hat Jesus durchaus radikal gemeint. Orientiert euch neu! Überprüft, ob ihr richtig liegt! Umkehr eröffnet auch einen Spielraum: Es gibt in Deinem Leben Alternativen, das heißt eine Chance!

Wenn das aber alles so leicht wäre! Gerade haben wir durch die Corona-Krise erlebt, dass wir für den richtig großen Krisenfall nicht vorbereitet waren, weder in der Politik noch in der Wirtschaft, geschweige denn im Privaten. In unseren persönlichen und gesellschaftlichen Krisen steckt allerdings auch immer ein Anstoß zum Lernen. Halt stopp, nicht mehr so weiter wie bisher!

Ich bin mir sicher: Die Erfahrungen der letzten Wochen fügen unserem Blick auf uns selbst und auf die Welt eine neue Perspektive hinzu. Nach Corona werden wir andere sein, unsere Gesellschaft wird eine andere sein. Es gibt kein Zurück in den früheren Zustand. Und: Wir brauchen jetzt neue Perspektiven.

Das Krisenmanagement der letzten Wochen darf also nicht alles gewesen sein. Und wer weiß: Könnte es uns allen nicht besser gehen, wenn wir die Dinge wirklich neu angehen?

Das wäre doch eine gute Nachricht: Die Erfahrungen unserer Ohnmacht und Unsicherheit eröffnen einen hoffnungsvollen Ausblick: Ja, wir können etwas zum Bessern verändern – in unserem Leben, in unserer Gesellschaft!

Die Corona Krise hat bei mir Nachdenklichkeit erzeugt. Ist es wirklich richtig und gut, wie wir leben?

Besteht jetzt nicht der Ansporn, eine Zukunft zu gestalten, die nachhaltiger, sozialer, gerechter, klimaverträglicher ist? Gute Vorschläge liegen dazu bereits auf dem Tisch. Jetzt kommt es darauf an, wirklich zu lernen und keine Ausreden mehr gelten zu lassen.

Aus Essen grüßt Sie Markus Potthoff

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