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Kirche in WDR 2 | 03.08.2021 | 05:55 Uhr

Muskeltraining

Es fällt mir schon länger auf… ich drücke mich vor Diskussionen. Vielleicht weil inzwischen immer und überall diskutiert wird. 80 Millionen VirologInnen treffen auf 80 Millionen BundestrainerInnen und so. Und weil der gemeinsame Nenner immer häufiger kaum zu finden ist. Für die einen ist impfen eine der größten Errungenschaften der Medizingeschichte, andere wittern dahinter Manipulationsversuche. Für manche ist die katholische Kirche als solche eine Institution, die nicht mehr zu retten ist, für andere darf sich hier rein gar nichts verändern. Ganz schön anstrengend. 

Mir immer öfter zu anstrengend. Und deshalb weiche ich aus. Aber mir scheint: Es gibt zu viele von uns Diskussionsmüden!

Zu viele, als dass es gut für uns wäre, für unsere Demokratie, ja so hoch würde ich das hängen.

Wie viele meiner Freunde sagen: „Facebook, Instagram, Twitter? – Nee, da bin ich nicht mehr. Da sind mir zu viele Leute, die verschwurbeltes Zeug in die Welt posaunen. Diese Kommentarspalten sind doch nicht mehr zum Aushalten.“ Ja, aber wie soll sich das Diskussionsniveau ändern, wenn es nur noch solche gibt, die hetzen und solche, die kneifen?

In einem Podcast hab ich letztens die Journalistin Nicole Diekmann dazu gehört. Sie sagt: Wir brauchen die Mitte, die sichtbar wird, hörbar wird.“ Sie ist selbst sehr Shitstorm-erprobt, musste sich schon aufs Übelste im Internet beleidigen und bedrohen lassen. Aber in ihrem Augen ist es genau das falsche, sich deshalb aus diesen Medien zurückzuziehen. „Das bedeutet, dass eine pöbelnde, kriminelle Minderheit die Oberhand gewonnen hat.“

Und da ist was dran, glaube ich. Meinungsfreiheit muss auch Widerspruch aushalten. Braucht aber zuallererst mal Leute, die sich auch trauen, ihre Meinung zu sagen. Und je mehr von uns das mit Argumenten tun, abwägend, einander zuhörend – Je mehr von uns auf das Gegenargument des anderen eingehen, also wirklich diskutieren, desto konstruktiver werden diese Debatten.

Und das gilt nicht nur fürs Internet. Das gilt auch für das nächste Kaffeetrinken mit der Großfamilie oder die Mittagspause mit den KollegInnen. Sich mal nicht nur neben die setzen, die ohnehin meiner Meinung sind.

Der Diskussionsmuskel muss genutzt werden, wie jeder Muskel. Ansonsten tut es irgendwann weh. Zehn Minuten täglich. Wäre sicher ein guter Anfang.

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