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Kirche in WDR 2 | 22.04.2021 | 05:55 Uhr

Beim Sterben helfen

Autor: „Leben im Sterben“ – so lautet das Motto der „Woche für das Leben“. Die beiden großen Kirchen stoßen in diesen Tagen so manche Debatte an. Die spannendste Frage ist aber: Darf man beim Sterben helfen? Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie in Deutschland, hat viele Jahre als Seelsorger in einem Hospiz gearbeitet. Er weiß:

 

O-Ton 02 Lilie: ...dass Sterben eine höchst individuelle Angelegenheit ist. Und was für den einen Menschen sehr gut gestaltbar ist, ist für jemanden anderes mit einer anderen Lebensgeschichte, mit einer anderen psychischen Konstitution, schon nicht im Ansatz gestaltbar oder denkbar.

 

Autor: Ulrich Lilie möchte die Fragen rund um die Sterbehilfe jetzt neu diskutieren, ganz offen und ohne Tabus. Immerhin hat das Bundesverfassungsgericht vor gut einem Jahr den Weg dafür frei gemacht. Ulrich Lilie plädiert dafür, den assistierten Suizid, also die Hilfe zur Selbsttötung, auch in kirchlichen Häusern zuzulassen und zu begleiten. Er betont:

 

O-Ton 03 Lilie: Nach evangelischem Verständnis ist Leben eine Gabe, ein Geschenk, das unverfügbar ist. Das ist ja sozusagen das Credo des Christentums: eine Religion des Lebens, nicht des Todes. Davon bin ich sehr überzeugt. Aber es gibt dann diese schwierigen einzelnen Situationen. Und dann ist die Frage: Wie wollen wir die beantworten?

 

Autor: Wie gesagt: Der Diakoniepräsident hat selbst lange als Seelsorger im Hospiz gearbeitet. Für ihn ist klar: Wer in eine kirchliche Einrichtung kommt, soll sich darauf verlassen können: Die hier arbeiten, sind zuerst Anwälte des Lebens.

 

O-Ton 04 Lilie: Aber wir haben auch Respekt davor, dass dann ein Mensch die Kraft, der Mut sozusagen komplett verlässt und sagt: Ich kann mir die letzten drei Monate, die sowieso zum Tod führen und die nur noch schwierig werden und wo ich eigentlich keinen Menschen habe und wirklich am Ende meiner Kraft bin, schlicht nicht mehr vorstellen.

 

Autor: Ulrich Lilie erinnert hier an Karl Barth, einen der großen evangelischen Theologen des 20. Jahrhunderts.

 

O-Ton 05 Lilie: Karl Barth hat gesagt, wir sollten vorsichtig sein, jede Selbsttötung als Selbstmord anzusehen. Er hat gesagt, es kann sogar so sein, dass ein Mensch im Gespräch, im Gebet mit seinem Schöpfer einvernehmlich sein Leben zurückgibt in so einer Situation.

Autor: Das werden Einzelfälle sein. Aber unsere Kirche sollte Menschen nicht alleine lassen, die das für sich wünschen. Sie sollen auch in Einrichtungen der Diakonie einen sicheren Ort finden, an dem sie gut begleitet werden – bis zuletzt und in jedem Fall.

 

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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