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Kirche in WDR 3 | 05.04.2019 | 07:50 Uhr

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Guten Morgen!

Wem kann man heute eigentlich noch trauen? Stimmen die Nachrichten, die gleich im Radio zu hören sein werden?

Und weiter gefragt: Stimmen die Aussagen der Politiker, die in den Nachrichten präsentiert werden, und halten sich diese Politiker auch später an ihre Worte?

Ich stelle nicht nur bei mir selbst fest: Es gibt eine zunehmende Verunsicherung, wenn es um Informationen geht. Das Wort „Fake News“ ist wie ein Virus, das selbst seriöse Informationen kontaminiert.

Dabei lebt unsere Gesellschaft von Verlässlichkeit und Vertrauen. Und das fängt da an, wo ich mich auf alltägliche Informationen verlassen können muss.

Ich weiß natürlich auch, dass es immer verschiedene Sichtweisen auf die Dinge gibt. Und ich weiß auch, dass es zum redlichen Bemühen gehört, immer auch eine andere Meinung einzuholen.

Dabei ist heute vielleicht schon eher ein Problem, dass es zu viele Meinungen gibt, und die Wirklichkeit so vielschichtig ist, dass alles zu kompliziert erscheint.

Kein Wunder dass Menschen sich überfordert fühlen und dann einfachen Lösungen folgen, die es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nehmen.

So gesehen zunächst ein großes Lob all denen, die sich der Herausforderung stellen, seriös zu berichten und gründlich zu recherchieren. Das entspricht nicht nur einem guten journalistischem Ethos, sondern stärkt auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Übrigens: Von einem seriösen Journalisten hätten auch diese folgenden Ausführungen stammen können:

„Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen (…) waren. Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich (…) der Reihe nach aufzuschreiben.“ (Vgl. Lk 1,1-4)

Das ist nicht die eigene Haltung beschrieben von einem Journalisten  heute, es ist der Beginn des Evangeliums nach Lukas, der das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu schriftlich festhalten will.

Und dieser Lukas, der macht der Journalistenzunft alle Ehre, denn es ist zu hören, dass er sich unendlich viel Mühe gegeben hat, Wahres herauszufinden, mehrere Augenzeugen zu befragen und kritisch mit den Berichten anderer Zunftkollegen umzugehen.

Schließlich zeigt sich hier die Haltung keine Unwahrheiten unter das Volk zu bringen, sondern den Dingen auf den Grund zu gehen.

Heutige Bibelwissenschaft weiß natürlich auch, dass Lukas trotz des hohen Anspruchs auch nur seine Sicht der Dinge auf das Leben Jesu niedergeschrieben hat, und es bewusst so für seine Leserschaft formuliert hat.

Und dennoch imponiert mir seine kritische Haltung.

Heute ist eine kritische Distanz zu Informationen, besonders wie sie in den sozialen Medien weiter gegeben werden, dringend nötigt, da „Fake News“ und „alternative Fakten“ mancherorts salonfähig geworden sind und zum guten Ton gehören. Ein ehrliches Miteinander wird so aber unmöglich.

Bewusst gesetzte falsche Nachrichten haben das Ziel zu zerstören, wertschätzende Kommunikation zu verpesten, und stattdessen Angst und Missgunst zusähen.

Dagegen hilft nur, wenn überhaupt, ehrliche und verlässliche Worte zu setzen – und das fängt nicht erst bei den Nachrichtenmachern an, sondern schon bei mir selbst!


Christoph Stender, Aachen

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