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Kirche in WDR 4 | 19.01.2019 | 08:55 Uhr

Bethesda

Guten Morgen.

Seine Geschichte berührt mich. Nicht, weil sie am Ende gut ausgeht, sondern, weil so viel Tragik darin steckt.

Ich kenne seinen Namen nicht und ich weiß auch nicht wie alt er ist. Und doch ist er mir seltsam vertraut. Er ist ewig schon krank. Er kann sich kaum daran erinnern, je richtig gesund gewesen zu sein. Seine Krankheit hat ihn geprägt und auch sein Verhalten.

Er hat keine Hoffnung mehr und er lässt es seine Umgebung wissen. Obwohl. Ja, obwohl er an einem Ort lebt, an dem hin und wieder Wunder geschehen sein sollen. Ein Ort, an dem andere Menschen mit den unterschiedlichsten Krankheiten schon geheilt wurden.

Für ihn macht es das Leben nicht leichter, im Gegenteil. Er muss mit ansehen, wie es anderen Menschen wieder besser geht. Wie sie zu Kräften kommen und wieder gehen können. Bei ihm geht nichts. Seit 38 Jahren kann er sich kaum bewegen. Tag für Tag liegt er neben anderen Kranken am Teich Bethesda in Jerusalem zurzeit Jesu. 38 lange Jahre.

Doch eines Tages kommt Jesus zu diesem Teich Bethesda. Alle heften die Augen auf ihn. Viele haben von ihm gehört. Und sie alle haben die gleiche Hoffnung. Dass er sie heilt.

Aber Jesus hat nur Augen für diesen einen Mann, der schon so lange auf Heilung wartet. Jesus kommt auf ihn zu, sieht ihn an und fragt: „Willst du gesund werden?“ (Johannes 5,6 aus: Lutherbibel 2017) Natürlich will er gesund werden, wie jeder Kranke gesund werden will, oder? Warum sonst hat er sich an diesen Ort bringen lassen, wenn er nicht auf Heilung und Hilfe warten würde. Doch Jesus weiß: Es gibt Menschen, die sich mit ihrer Krankheit arrangiert haben selbst dann, wenn Hilfe und Heilung möglich wären. Der Kranke antwortet Jesus: „Herr, ich habe keinen Menschen.“ (Johannes 5,7: aus Lutherbibel 2017)

Bitter. Keinen Mensch in seiner Nähe zu haben, der hilft und tröstet. Das ist wirklich hart. Aber wie ist das mit der Hilfsbereitschaft der anderen? Jesus weiß: Manchmal klagen auch Menschen, deren Angehörige sich liebevoll kümmern. Von irgendwem muss der Kranke in den 38 Jahren ja zumindest Essen bekommen haben. Und wohl nicht nur das. Aber es ist nicht genug. Es ist nie genug. Manchmal können Menschen in ihrem Schmerz all das Gute gar nicht sehen. Deshalb fragt Jesus: „Willst du gesund werden?“ Und dann spricht er ihn noch einmal an: „Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!“ (Johannes 5,8 aus: Lutherbibel 2017) Und auf einmal kann er es: Aufstehen. Weil Jesus ihn angerührt und geheilt hat, seinen gebrechlichen Körper und seine verwundete Seele.

Das ist eine wunder-volle Geschichte. Zu schön um nicht wahr zu sein. Sie lenkt meinen Blick weg von meiner Krankheit, von Bitterkeit und Schmerz auf das was möglich ist, mit Gott. Steh auf! Das ist im wörtlichen Sinne sicher oft nicht möglich. Aber vielleicht etwas anderes:

Sieh auf, weil Gott mit seiner Hilfe da ist! Sieh einmal ab von all deinen Verletzungen und wenn es nur ein kurzer Moment ist, und entdecke Gottes heilsame Kraft! Sieh die Menschen, die dir Gutes tun! Und sieh, wie Gott dir Gutes tut und dich aufrichten kann.

Es grüßt Sie, Ihr Pastor Heinz-Bernd Meurer aus Bottrop.

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