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Hörmal | 03.02.2019 | 07:45 Uhr

Blasiussegen

Wenn ich Fisch esse – und ich esse gerne Fisch –, dann muss ich an den Heiligen Blasius denken. Die Legende besagt, dass er einem Kind eine Fischgräte aus dem Hals gezogen hat. Und weil er so das Kind vor dem Ersticken gerettet haben soll, ist er der Patron der Fischesser. Ach was, die katholische Kirche hat ihn gleich zum Schutzpatron vor allerlei Halskrankheiten ernannt. Heute ist sein Gedenktag. Und da kann man in der Kirche einen besonderen Segen bekommen, den Blasiussegen. Der hat etwas religiös Urtümliches: Zwei brennende Kerzen werden überkreuz gelegt und vor das Gesicht oder den Hals gehalten. Und dann heißt es in der Segensformel: „Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen”.

Nun ja: Ob der Segen tatsächlich gegen Halskrankheiten hilft – da habe ich meine Zweifel. Da vertraue ich lieber den Abwehrkräften meines Körpers oder im Krankheitsfall Medikamenten aus der Apotheke. Aber dennoch steckt etwas Sinnvolles hinter all solchen Segenssprüchen und Ritualen. Sie erinnern daran: Nicht alles liegt in meiner Hand und hängt von mir ab. Ich bin auf die Hilfe anderer angewiesen. Und zugleich macht so ein Segen klar: Ich selbst trage auch eine Verantwortung – nämlich aufmerksam zu sein und nicht einfach drauflos zu leben. Wenn ich achtsam bin, kann ich Gefahren vermeiden, gerade in den alltäglichen Dingen, nicht nur beim Fischessen.

Tja, heutzutage, wo der Fisch meistens aus der Tiefkühltheke kommt, fein filetiert, könnte man sagen: Der Heilige Blasius mit seiner Legende hat ausgedient. Fischgräten bleiben weniger im Hals stecken als einst. Aber ausgerechnet mit den Fischen gefährden wir heute unsere Gesundheit mehr als früher – und wir sind selbst schuld daran. Ich rede vom Plastikmüll, der über die Meerestiere in unsere Körper gelangt.

Jährlich landen ca. 10 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren, wenn man den Messungen und Schätzungen Glauben schenken darf. Das eine sind Plastiktüten und Plastikflaschen. Das andere ist das sogenannte Mikroplastik, das über Duschgels oder den Abrieb von Autoreifen in den Flüssen und dann in den Meeren landet. Und über die Fische und Meerestiere gelangen die Mikroplastikteilchen dann in die Nahrungskette und damit auf unsere Teller. Der Heilige Blasius hätte heute keine Chance mehr, die Plastikteilchen aus dem Hals zu ziehen, dafür sind sie einfach zu klein und unscheinbar. Und der Blasiussegen hilft auch nicht, wenn es um den Schutz vor Folgeerkrankungen geht aufgrund des Verzehrs von Plastikteilchen.

Aber darum geht es ja auch nicht. Bei dem Segen geht es um die Erinnerung daran, dass ich eine Eigenverantwortung habe, aufmerksam zu sein. Und da gäbe es viel zu tun – konkret bei dem Plastikverbrauch. Denn es liegt immer auch an mir, wieviel Plastik produziert und einfach weggeworfen wird, ohne recycelt zu werden: Angefangen bei den Duschgels bis zur Plastiktüte oder –flasche.

So gesehen hat der Blasiussegen heute doch noch eine Bedeutung, wenn es um die Meerestiere und die Fische und damit letztlich um meine Gesundheit geht, wenn ich weiter Fisch essen will.

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