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Kirche in WDR 2 | 07.11.2019 | 05:55 Uhr

Christen in Syrien - Präses Manfred Rekowski

Autorin: Sechs Millionen Syrer sind auf der Flucht  – in Deutschland leben eine halbe Million. Viele Kirchengemeinden kümmern sich um die Geflüchteten. Bieten Sprachkurse an, Patenschaften, Cafés. Und immer wieder hört man, jetzt ist Syrien sicher. Die Geflüchteten können zurück. Wie die Lage der Christen in Syrien ist, darüber hat sich Manfred Rekowski – Präses der rheinischen Landeskirche – vor Ort informiert:

O-Ton: Zum einen haben die syrischen Christen große Angst immer noch, dass der islamische Staat oder andere Milizen, die islamistisch sind, siegen werden, militärisch sich durchsetzen und dann wäre die Existenz der Christen gefährdet. Das wäre dann das Ende der Christen in Syrien

Und dann ist auf der anderen Seite der Diktator Assad, der mit harter Hand regiert aber für ein Ordnungssystem sorgt bei dem die Christen uns sagen: Das garantiert uns, dass wir hier leben können, dass wir Schutz haben.

Autorin: Die Religionsbehörde überwacht die Aktivitäten der Gemeinden. Sie sind auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Großmufti angewiesen. Gegenüber Assad und seinem Regime sind sie loyal. Der Besuch aus dem Westen – für sie auch ein Risiko:

O-Ton: An einem Sonntagmorgen habe ich in Damaskus gepredigt. Es war ein Text, der deutlich macht, dass nicht militärische Macht entscheidend ist, sondern dass Gottes Geist für eine gute Zukunft der Menschen sorgen wird. Und am Vorabend haben mir meine Gastgeber zu verstehen gegeben, dass ich bei den Formulierungen doch bitte sehr vorsichtig sein möge, da der Geheimdienst doch allgegenwärtig ist.

Autorin: Für die christliche Delegation aus Deutschland ungewohnt und irritierend.

Auch die potenziellen Rückkehrer haben Angst vor Assad und seinem Regime. Syrien ist zu 70% befriedet und eine halbe Million Menschen sind zurückgekehrt. Allerdings nur 3% aus dem Ausland. Das hat Gründe:

O-Ton: Das Regime, und seine Willkürherrschaft erfasst das ganze Land und jede und jeder, der zurückkehrt nach Syrien wird gefragt, warum hast du das Land verlassen. Du musstest doch Gründe gehabt haben, warum Du damals das Land verlassen hast und davor haben viele Angst.

Man merkt die Rückkehrbereitschaft ist überhaupt nicht ausgeprägt, weil da die Sorge ist vor einer Willkürherrschaft, die nach wie vor flächendeckend herrscht.

Autorin: Bleibt zu fragen, was wir für unsere Geschwister von Deutschland aus tun können. Uns mit ihnen solidarisieren – hier bei uns. Viele sind in Sorge um ihre Familien in Syrien. Und:

O-Ton: Auch jedes Zeichen der Solidarität für die Christen in Syrien ist ein wichtiges Zeichen, (weil diese Christen sich schon darum bemühen um das Miteinander der Religionen von Muslimen und Christen auch friedlich zu gestalten.) Und es gibt für mich keine Alternative zu der Hoffnung, dass es zwischen islamischem Staat und dem Regime auch noch eine Alternative gibt, die mit Demokratie, mit Freiheit und Recht sich verbindet, aber das ist ein harter Kampf und da ist natürlich die Politik noch viel mehr gefragt als die Kirchen.

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

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