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Kirche in WDR 2 | 28.06.2019 | 05:55 Uhr

50 Jahre Christopher Street Day

50 Jahre Christopher Street Day - was das der Kirche sagt

Heute vor 50 Jahren stürmte die Polizei in eine Schwulenbar in New York, in der Christopher Street. Die Barbesucher wehrten sich. In der Folge entstand eine breite Bewegung. Und jedes Jahr wird weltweit der Christopher Street Day gefeiert mit Demonstrationen oder Paraden, wie auch hier in Köln.

Für die Katholische Kirche ist Homosexualität kein leichtes Thema. Und viele werden jetzt vielleicht sagen: ist deren Problem, nicht meins. Die Kirche hat in Sachen Sexualität eh nix mehr zu sagen.

So leicht kann und will ich mir das nicht machen. Denn ich bin Teil dieser Kirche und ich möchte, dass wir Katholiken da weiter kommen. Daher fasse ich mal kurz zusammen: Nach offizieller Lehre der Kirche muss ein Homosexueller gleich geachtet werden wie alle anderen, denn er oder sie ist Geschöpf Gottes. Der Knackpunkt aber kommt jetzt: die Kirche sagt bis jetzt: ein solcher Mensch darf seine Veranlagung nicht ausleben, erlaubt ist ihm nur, enthaltsam zu leben. Nun wird das wohl kaum eine lesbische Frau oder ein homosexueller Mann verstehen können. Warum darf ich nicht ausleben, was Gott in mir angelegt hat?

Nun sagt selbst Papst Franziskus, dass er nicht über die Sexualität von Menschen urteilen möchte. Aber: An der offiziellen Lehre hat er noch nichts geändert. Warum nichts? Wie kann die katholische Kirche da weiterkommen? Und das muss sie – denn der Umgang mit der Homosexualität ist so etwas wie der Lackmustest für eine gute oder eine schlechte Religion. Schlecht ist sie, weil so eine Religion das Leben verneint.

Wie gesagt: das Ganze ist ein Problem für den Binnenkreis der Theologen und Bischöfe. Aber in dieser Frage liegt der Hund begraben: Wie können wir unserer Tradition dennoch treu bleiben, selbst wenn wir Änderungsbedarf sehen? Kurz: wie also eine Lehre ändern, die bislang das Gegenteil besagt? Das ist das Dilemma, in dem auch der Papst steckt.  

Helfen kann der Blick in die Geschichte. Und da ist glasklar: Die katholische Kirche kann durchaus ihre Lehre verändern. Vor gut zwanzig Jahren wurde der Limbus abgeschafft – auch so ein theologischer Fachbegriff, der aber nicht ohne ist. Dorthin sollten nämlich, nach alter Kirchenlehre, die ungetauften Kinder kommen. Papst Benedikt hat dies endlich abgeschafft. Jahrhundertelang meinte die Kirche, ohne Taufe sei der Himmel verschlossen. Thomas von Aquin, der große Theologe vor achthundert Jahren, hat sich mit der Frage beschäftigt, was passiert, wenn ein Kind in der Wüste geboren wird. Der Mann war mit sich am Ringen, der war ja kein Unmensch. Aber trotzdem kam Thomas von Aquin damals zu dem Schluss: Dort ist kein Wasser für die Taufe. Das Kind stirbt, es kommt nicht in den Himmel. Sie merken: Logik und Treue zur Lehre kann manchmal ganz schön grausam sein. Stichwort: Lackmustest.

Die Kirche hat geschafft, diesen Blödsinn abzuschaffen, also kann sie auch ihre Lehre zur Homosexualität verändern. Hoffentlich bald.
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