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Kirche in WDR 4 | 19.07.2021 | 08:55 Uhr

Christian!Eriksen!

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist, ist das Wochenende auch schon wieder vorbei. Tja. Aber der Sommer noch nicht. Der steuert jetzt, mitten im Juli auf seinen Höhepunkt zu. Sommer, Sonne, Ferien. Und obwohl der Sommer noch gar nicht rum ist, gibt es für mich schon jetzt ein Bild, das ich für immer mit diesem Sommer 2021 verbinden werde.

Es ist bei der Fußball-Europameisterschaft gewesen. Ich glaube, beim zweiten Spiel des Turniers. Dänemark gegen Finnland. Der Superstar der dänischen Mannschaft Christian Eriksen befindet sich in der Nähe der Außenlinie, und auf einmal fällt er um. Einfach so. Er ist nicht gefoult worden. Er ist einfach zusammengesackt. Sofort sind Sanitäter auf den Platz geeilt. Alle haben kapiert, dass es ernst ist. Die dänischen Spieler sind ebenfalls zu ihrem Mitspieler gelaufen, völlig geschockt. Später ist klar geworden, dass bei Christian Eriksen das Herz stehen geblieben ist. Die dänischen Spieler haben das getan, was sie tun konnten: Sie haben sich um den Spieler und die Sanitäter herumgestellt und eine Wand gebildet und somit trotz der Zuschauer im Stadion und der vielen hundert Millionen Menschen vor den Fernsehern einen Raum der Intimität geschaffen.

Was mich aber besonders beeindruckt hat, das waren die Zuschauer im Stadion. Zunächst sind sie ganz still geblieben. Und auf einmal haben die finnischen Fans den Vornamen des Spielers gerufen, um dessen Leben die Ärzte und Sanitäter da unten in der Ecke des Fußballfeldes gekämpft haben. „Christian!“ hat es durchs Stadion geschallt. Und die dänischen Fans haben dann als Antwort seinen Nachnamen gerufen: „Eriksen!“

Mich hat das sehr beeindruckt und sehr berührt. Ich hab mir das angesehen, während ich selbst ein Stoßgebet zum Himmel geschickt habe und habe gedacht: „Wie gut das tut, dass die Zuschauer spüren, dass lebensbedrohliche Not und Tod nicht etwas Abstraktes ist. Sondern dass es immer um einen konkreten Menschen geht.“ Und ich dachte: „Vielleicht ahnen die Menschen, sie könnten selbst dort unten liegen.“ Und dann musste ich wieder mal an diesen Bibelvers denken: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollst du darin nicht ertrinken.“ Denn da haben die Menschen wie aus einem Mund den Namen des Spielers gerufen, der da um sein Leben rang, Christian! Eriksen! Haben sie gerufen. Als wollten sie eigentlich rufen: Christian! Eriksen! Du gehörst doch zu uns! Du sollst leben!“ Beeindruckend war das, und ich hab auf einmal gedacht, wow, jetzt ahne ich, was das bedeutet, wenn Gott meinen Namen ruft, wenn ich mal auf dem Boden liege und nicht mehr kann: Peter! Otten! Du gehörst zu mir! Du sollst leben! Ich stelle mir vor, dass er mindestens mit dieser Wucht ruft, wie die Zuschauer damals vor vier Wochen im Stadion in Kopenhagen. Ich lass dich nicht los, im Leben nicht, in der Krise nicht und auch nicht im Tod.

Ich weiß, darauf zu vertrauen ist nicht einfach. Aber die Geschichte mit Christian Eriksen und den Zuschauern im Stadion macht es mir leichter. Und manchmal, wenn irgendjemand meinen Namen ruft, dann denke ich daran. Und das ist schön. Nicht nur an einem Montagmorgen.

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