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Kirche in WDR 4 | 28.09.2020 | 08:55 Uhr

Christophorusgeschichten

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende auch schon wieder vorbei. Tja. Und nicht nur das Wochenende, sondern auch der Sommer. Wenn du richtig hinschaust merkst du: Er winkt schon und flüstert leise: Tschüss. Bis demnächst.

Und ich werde diesen Sommer für immer mit vielen Geschichten verbinden. Vor allem die hier werde ich wohl so schnell nicht vergessen:

Vor ein paar Wochen bin ich wie so oft mit unserem Pudel Greta am Rhein entlang gelaufen. Der Rhein hat Sommer im wenig Wasser geführt, und so hatten sich im Norden Kölns am Ufer ein paar Badebuchten gebildet. Niedriges Wasser, keine Strömung, ein Hauch von Badesee. Greta hat in diesem Sommer das Wasser lieben gelernt. Und so sind wir auch an diesem Morgen zu einer dieser Buchten gelaufen. Ich hab einen kleinen Schwimmring aus der Tasche gezogen. Greta hat mich erwartungsvoll angeschaut, nun werf‘ doch endlich! Platsch, der Ring ist aufs Wasser geklatscht, das Spiel ging los. Greta ist hinterher gesprungen, hat mit den Zähnen nach dem Ring gegriffen, platschplatsch zurück ans Ufer, So fünf- oder sechsmal. Beim letzten Mal ist der Ring einen halben Meter weiter geflogen. Nicht mehr. Greta ist wieder hinterher, hat zu paddeln begonnen – aber der Abstand zum Ring ist nicht kleiner geworden. Greta hat mich angeschaut und hat gepaddelt. Ich hab gemerkt, oh, das ist zu viel für sie. Ich hab sie zurückgerufen. Aber Greta hat sich wohl nicht entscheiden können. Zurück ans Ufer? Dem Ring hinterher?

Und dann hat sie mich angeschaut. Ich schaff das nicht, hat der Blick gesagt. Und ich hab‘s mit der Angst zu tun bekommen. also Schuhe und Socken aus und in den Rhein gestiegen. In zehn Sekunden hatte ich den Hund erreicht. Ich hab ihn auf die Schultern gehoben, hatte sogar noch Zeit, nach Gretas Spielzeug zu greifen und bin langsam zurück zum Ufer.

Das ist jetzt deine Christophorusgeschichte, hab ich in dem Moment gedacht. Die Geschichte vom heiligen Christophorus geht ja so, dass er, also Christophorus, den kleinen Jesus durch einen Fluss getragen haben soll. Von dieser Szene gibt es ja viele Bilder und Medaillen: Christophorus bis zur Brust im Wasser, das Kind auf den Schultern. Und an diesem Morgen am Ende des Sommers am Rhein war ich auf einmal der Christophorus und das Kind ein kleiner Hund.

 iesen Blick von meinem Hund werde ich nie vergessen. Herzzerreißend. Und auch nicht das Gefühl, als ich den Hund aus dem Wasser wieder in Sicherheit, wieder an Land getragen habe.

und deswegen denke ich an diesem Tag am Ende des Sommers an alle die Menschen mit ihren Christophorusgeschichten. An die, die am Bett eines sterbenskranken Kindes sitzen geblieben sind. An die, die die Hand des verwirrten Großvaters beim Spazierengehen geführt haben. An all die Nachhilfelehrerinnen und Prüfungsbegleiter, Daumendrücker und Kerzenanzünder. An alle, denen die anderen und ihr Schicksal nicht schnuppe sind. Die sich anrühren lassen. Weil es euch gibt ist es nicht so schlimm, wenn der Sommer jetzt geht. Die Wärme bleibt ja. Nicht nur an einem Montagmorgen.

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