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Kirche in WDR 3 | 04.10.2019 | 07:50 Uhr

Das große Plus

 

Die „Toten Hosen“ singen in einem Lied: „Wir sind ´ne Laune der Natur!“ Und dann zählt der Song die Probleme unserer Welt auf, vor allem Klimawandel und Unfrieden. Und immer wieder heißt es: „Wir sind ´ne Laune der Natur, überall nur unsre Spur.“

Wenn wir wirklich nur „´ne Laune der Natur“ sind und es überall nur unsere Spuren gibt, wenn alles nur Zufall ist, dann können wir froh sein, dass die Welt überhaupt einigermaßen funktioniert. Dann ist 50:50 die größte Möglichkeit im Verhältnis von Gelingen und Scheitern im Leben. Meines Erachtens aber geht mehr, mindestens 51:49. Mindestens! Denn über der Welt und unserem Leben steht ein großes Plus!

Über der Welt steht das große Pluszeichen, dass Gott die Welt geschaffen hat und ihr Ziel ist. Deshalb kann das Negative auf Dauer nicht die Überhand haben.

Und über unserem Leben steht das große Plus, dass wir von Gott gewollt und geliebt sind.

Gott ist in Jesus von Nazareth sogar selbst in die Welt gekommen, um sein großes Pluszeichen regelrecht in die Erde zu rammen: Das Kreuz, das an vielen Orten hängt, weil es das große Pluszeichen über das ganze Leben ist.

Mit dem Kreuz steht sogar im Negativen ein Plus über dem Leben. Denn Jesus hat am Kreuz alles Negative auf sich genommen, den Hass, die ungerechte Verurteilung, die Sünden der Menschen, hat Schmerzen gelitten, ist gestorben und hat all das in Leben verwandelt. Deshalb kann Negatives und Schweres in unserem Leben zum Guten führen, wenn wir es mit Gott leben und ihm anvertrauen.

Alles schöne Theorie? Für mich nicht. Ein Beispiel. Und weil in diesem Monat in der katholischen Kirche die Menschen in den Ländern im Mittelpunkt stehen, in denen der christliche Glaube erst seit kurzem verbreitet ist, nehme ich ein Beispiel aus Afrika:

Ich saß auf einem Baumstamm vor einer Dorfschule im Norden von Ghana. In dem typischen Dorf aus Lehmhütten, in dem es keinen Strom gibt und kein fließend Wasser, sprach ich mit dem Dorflehrer, der in einer ghanaischen Großstadt mit deren Annehmlichkeiten studiert hat. Angesichts des viel niedrigeren Lebensstandards in dem Dorf fragte ich ihn, warum er sich das antut. Der Lehrer antwortet: „Ich bin Christ. Das heißt ich folge dem Gekreuzigten nach. Da kann ich auch etwas tun, was schwer ist. Und wenn ich Kraft dafür brauche, dann schaue ich auf ein Kreuz und spüre, wie Jesus mir Kraft gibt.“ Der Mann ist für das ganze Dorf ein großer Segen. Ohne ihn gäbe es keine Schule. Er ist zum großen Plus für das Dorf geworden, weil er selbst aus dem großen Plus lebt, das das Kreuz für Christen bedeuten kann.

Das Kreuz sagt: Egal, was geschieht: Gott ist bei dir. So ist das Kreuz das große Pluszeichen und hilft, auch das Negative wenigstens etwas ins Positive zu verwandeln – so wie die Existenz des Dorfschullehrers auf Dauer das Dorf verwandelt.

Ich kann das große Pluszeichen über mein Leben stellen, wenn ich am Morgen nach dem Aufwachen und abends vor dem Einschlafen das Kreuzzeichen mache oder auf ein Kreuz schaue. Und wenn etwas besonders herausfordernd ist, dann halte ich es so wie manche Fußballspieler oder andere Sportler und zeichne das große Plus des Kreuzzeichens über mich.

So wünsche ich Ihnen heute die Erfahrung, dass Sie nicht „´ne Laune der Natur“ sind, sondern dass Gott da ist, der Sie begleitet, und dass deshalb ein großes Pluszeichen über Ihrem Leben steht!

Weihbischof Stefan Zekorn, Münster



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