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Kirche in WDR 5 | 28.03.2020 | 06:55 Uhr

Dein Wille geschehe

„Dein Wille geschehe“. „Das ist für mich immer das schwerste.“, sagt mir eine Freundin, als wir über das Vater Unser sprechen. „Gott, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ „...da wird man dann auf den Boden zurückgeholt.“, meint die Freundin.

Und da, auf dem Boden, geht es mir durch den Kopf, da man muss man sich dann erstmal zurechtfinden. Denn tatsächlich ist das Leben oft ganz schön unfair. Hart. Unberechenbar. So wie jetzt. Wo so viele Menschen rund um den Globus angstvoll auf die Coronagefahr schauen.

Und dann fällt mir ein, wie die Freundin damals Hals über Kopf nach Straßburg gefahren ist, zu ihrem Schwager. Der war gerade Vater geworden und seine Frau war nach der Geburt ins Koma gefallen. Zwei Wochen wachte sie nicht wieder auf…

War das etwa Gottes Wille und wenn ja: Was heißt das? Wie ist das mit meinen Wünschen und Gottes Willen? Und was soll überhaupt mein Beten und mein Handeln, wenn Gott eh macht, was er will?

Die Freundin hat nicht nur gefragt und geklagt, sie ist gefahren. Hat ihre Kinder und ihren Mann allein gelassen, sich Urlaub genommen und sich um das Neugeborene gekümmert - bis das Schlimmste überstanden war.

„Dein Wille geschehe“, das heißt eben mitunter auch... „Dein Wille geschehe durch mich. Lass mich Gott, tun was Du willst und was ich tun kann.“ – Eben: ‚wie im Himmel, so auf Erden’.

„Dein Wille geschehe…“ Das war offenbar auch für Jesus das Schwerste. Diese Bitte aus dem Vaterunser ist die einzige, von der die Bibel erzählt, dass Jesus sie selbst einmal gebetet hat: In der Nacht vor seinem Tod, im Garten Gethsemane. Da kämpft er um sein Leben. Nicht mit den Römern und den Mächtigen in seinem Volk, die ihn festnehmen wollen, hat er gekämpft und auch nicht mit den Jüngern, die ihn alle verlassen hatten. Mit Gott hat er gekämpft um sein Leben, mit dem Vater im Himmel. Dem Vater, der „weiß, was wir alles bedürfen“.

Jesus hat das nicht davon abgehalten, mit diesem Gott zu streiten, zu klagen und zu kämpfen, um das was er jetzt braucht. Sollte da Gott stumm bleiben?

In der Passionszeit, den Wochen vor Ostern, denken Christen und Christinnen dem tiefen Glaubensgeheimnis nach: Jesus ist nicht ohne Gottes Willen in den Tod gegangen. Aber sie halten sich auch an dem Glauben fest, dass Gott sein Kind nicht im Tod gelassen, sondern ihn auferweckt hat, weil er ihn – und die ganze Welt – im Leben zurückhaben will.

„Dein Wille geschehe…“ Nicht immer, ist das, was mir jetzt und hier, als unabänderlich vorkommt, schon wirklich Gottes letztes Wort und Gottes ganzer Wille.

Wenn ich - wie viele andere rund um die Welt heute diese Bitte bete, dann bete ich sie mit Jesus, der tot war und auferweckt wurde. Und deshalb muss ich auch mit meinem Wünschen und Hoffen, für mich und für meine Lieben und für diese Welt nicht stehen bleiben, bei dem, was nun einmal so ist.

„Dein Wille geschehe“. Von Jesus her heißt das immer auch – „Ach Gott, du willst doch das Leben. Dann tu es jetzt auch. Wie im Himmel so auf Erden. Amen.“

Seien Sie behütet, wünscht Ihnen Ihr Jan-Dirk Döhling aus Bielefeld.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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