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katholisch

Kirche in WDR 2 | 07.02.2020 | 05:55 Uhr

Demokratie in der katholischen Kirche

Demokratie in der Katholischen Kirche: Gibt es das? Ja natürlich! Schon seit langem. Anfang 1982 trat ich meine zweite Kaplanstelle in Pulheim an. Im Sommer wollte der Jugendverband in der Pfarrei ein Ferienlager machen. Mir wurde gesagt: "Wir schauen mal, wie Sie so drauf sind und stimmen dann ab, ob Sie mitfahren dürfen". Nach Ostern durfte ich mit, was mich natürlich sehr erfreut hat. Hätte ich damals gesagt: "Ich bin, hier der Kaplan, für Euch sozusagen der Kinderpapst, also fahre ich mit und damit basta", wäre Vertrauen wohl erst gar nicht entstanden.

Demokratie wird in der Katholischen Kirche immer wichtiger. Die Zahl der Priester nimmt rapide ab, noch können Frauen nicht in die Lücken springen. Also werden in den Gemeinden die gewählten Gremien immer wichtiger, bei uns in Nordrhein-Westfalen die Pfarrgemeinderäte und die Kirchenvorstände. Hier entscheiden Frauen und Männer über das Leben in den Pfarreien; bei uns übrigens in beiden Gremien jeweils halbe/halbe Frauen und Männer. Sowohl Kirchenvorstand wie Pfarrgemeinderat leiten bei uns jeweils ein Laie, nicht der Pfarrer. Laie kommt ja von dem griechischen Wort „laos“, also einer aus dem Volk Gottes. Also stehen die Laien in der Kirche nicht fürs Laienhafte, sondern für den Willen des Volkes.

Nur gemeinsam sind wir stark. Das gilt bei uns auch ökumenisch. Ohne die intensive Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde könnten wir hier in Köln-Vingst nicht unsere Kinderstadt in den Sommerferien machen mit über 600 Kindern. Ebenso unsere ökumenische Familienwerkstatt mit in diesem Jahr 128 Angeboten von der Krabbelgruppe bis zur Dichterlesung. Unser Kaplan ist die evangelische Jugendleiterin, denn katholische Kapläne gibt es kaum noch.

Tiefgründiger noch als die Demokratie ist der Gedanke der Subsidiarität, der in der Christlichen Soziallehre entwickelt wurde. Er besagt, dass die kleinen Einheiten und Gemeinschaften das regeln und entscheiden sollen, was sie selber können. Die größeren Einheiten, etwa der Staat oder das Bistum springen dann ein, wenn es die kleinen nicht schaffen. Mein Lebensthema. lautet op Kölsch: "Nix is esu schlääch, datt est nitt für jett joot es". Also jeder Beitrag zählt!

Im Benediktinerorden wird dieser Gedanke noch zugespitzt. Und das schon seit Jahrhundertern! Bei der Versammlung spricht zuerst die oder der Jüngste. Sie oder er bringen ja vielleicht einen Gesichtspunkt an, auf den die Alteingesessenen gar nicht gekommen wären! Ich finde, dies ist sogar noch ein wenig besser als reine Demokratie

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