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Kirche in WDR 4 | 03.01. 2019 | 08:55 Uhr

Demut – es gibt auch noch andere

Guten Morgen.

Der aktuelle politische Trend in der Welt scheint der zu sein: Allerorten lebt der alte Nationalismus wieder auf. Gut soll sein, was dem eigenen Volk nützt. Überall wachsen die Parteien, die sich abschotten wollen gegen Rest der Welt. Das Maß aller Dinge ist, was der eigenen Sache nützt. Alles Fremde muss außen vor bleiben, vor allem die fremden Menschen. Und dass der Frieden darüber immer zerbrechlicher wird, wird hingenommen.

Aber Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall: Vor wenigen Wochen machte ein Wort in der Öffentlichkeit die Runde, das man lange nicht mehr vernommen hatte. Schon gar nicht aus dem Mund von Politikern. Aber jetzt schien es den früheren Wahlgewinnern angebracht zu sein. Jetzt, wo ihnen die Wählerinnen und Wähler eine Klatsche verpasst und die absolute Mehrheit verweigert hatten: DEMUT war mit einem Mal angesagt. Darin wollten sich die Politiker jetzt üben, nachdem der Wählerwille sie so sehr gedemütigt hatte.

Sehr lange hat ihre Demut nicht durchgehalten. Das Ziel muss wieder sein, zur alten Stärke zurückzufinden. Dass die politischen Gegner jetzt kräftig mitmischen können, ist nicht ihre gewohnte Welt. Mia san doch mia.

Streng genommen ist das gar keine Demut gewesen, eher verletzter Stolz. Den mag keiner ertragen. Auch die Kirchen sind nicht davor gefeit, in ihrem Stolz gekränkt zu sein. Ihre Mitgliederzahl schwindet, ihr Einfluss in der Öffentlichkeit auch. Dabei ist gerade das die Chance zu lernen, was Christsein wirklich ist und was die Kirche im tiefsten ausmacht.

Der Theologe Fulbert Steffensky erinnert die Kirchen daran, was ihr Eigenes sein soll und wie sie wieder Kraft bekommen zum Dienst an den Menschen. Die christliche Kirche, so Steffensky, hat allen Grund stolz und zugleich demütig zu sein. Er sagt es so:

Sprecher: „Wo gibt es Gruppen, die seit 2000 Jahren die Bergpredigt in ihrem Gepäck haben? Wo spricht man davon, dass die Armen die ersten Adressaten der Aufmerksamkeit Gottes sind? Wo erzählt man sich die Geschichten von der Vergebung und der Gnade? Wo erzählt man sich von einem Gott, der das menschliche Schicksal bis in den Tod geteilt hat? Wir haben etwas zu sagen, an etwas zu erinnern und etwas einzuklagen, was in der Gesellschaft so oft vergessen wird.“

Zur Demut meint Steffensky: Sie nimmt ernst, dass es außer uns auch immer noch andere gibt, durch die Gottes Botschaft wirkt:

Sprecher: „Demut ist das zweite, was zum Geist der Kraft und der Liebe gehört. Wir sind nicht die einzigen in unserer Gesellschaft, die von Gott erzählen und ihn verehren. Unsere Häuser sind nicht die einzigen, in denen man etwas vom Charme des Betens weiß. Wir sind nicht die einzigen, die für den Frieden eintreten und auf dem Recht der Armen bestehen. Mit anderen Menschen und Gruppen leben heißt, sich von der eigenen Dominanz zu verabschieden.“

Das zu beherzigen und vorzuleben könnte der Beitrag des christlichen Glaubens sein, um dem Frieden in der Welt in diesem Jahr ein Stück näher zu kommen:

Ein gesunder Stolz auf die wunderbare Botschaft der Güte Gottes und eine aufrichtige Demut, dass Christinnen und Christen nur ein Teil von denen sind, durch die Gottes Liebe in die Welt ausstrahlt.

Es grüßt Sie, Pastor Rüdiger Schnurr aus Siegen.

Zitate:

Fulbert Steffensky 24.8.16, Weicht, ihr Trauergeister! Zu 2. Timotheus 1,7?10

in: Chrismon plus, September 2016.

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