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Kirche in WDR 4 | 17.11.2020 | 08:55 Uhr

Den Hass und das Böse überwinden

Guten Morgen.

„Bösen Taten gehen Worte voraus“ – das ist die Überschrift zu einem Interview, das der österreichische Autor Michael Köhlmeier dem Wiener KURIER gegeben hat. Hier sagte er seine Meinung zu dem um sich greifenden Hass in unserer Welt. Er sagte: „Dem Gegner muss immer Menschliches genommen werden, damit man ihn so richtig von Leibeskräften hassen kann. Am meisten hassen kann ich, wenn ich, wie unter den Nazis, dem Gegner das Menschsein überhaupt abspreche – dann tue ich vermeintlich nichts Böses, wenn ich hasse, ist es eine lässliche Sünde. Heute geht das in kleinen Schritten: Wenn ich von der `Flüchtlingswelle` rede, dann entmensche ich, eine Welle ist ja nichts Menschliches. So wird Millimeter um Millimeter an Menschlichem weggenommen.“

In dieser Ent-Menschlichung sieht der Schriftsteller den Grund für die bösen, hasserfüllten Worte, die für ihn jeder bösen Tat vorausgehen, die ihr den Boden bereiten.

Diesen Zusammenhang haben wir in den letzten Monaten auf erschreckende Weise beobachten können: Anschläge auf jüdische Menschen und Synagogen, Morddrohungen gegen Personen des öffentlichen Lebens, Morde an Politikern und unbeteiligten Personen.

Wie kann dieser Hass aufhören? Es kommt wohl nicht allzu häufig vor, dass ein evangelischer Pastor den Papst zitiert. Ich tue es gern: Papst Franziskus veröffentlichte Anfang Oktober seine Enzyklika „Fratelli tutti“ über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft. Er ruft darin alle Christen und auch die Gläubigen anderer Religionen auf, sich einzusetzen für eine neue Ethik in der Welt. Papst Franziskus betont: „Bei diesen Überlegungen zur Geschwisterlichkeit aller Menschen habe ich mich besonders von Franz von Assisi, aber auch von nichtkatholischen Brüdern inspirieren lassen: Martin Luther King, Desmond Tutu, Mahatma Gandhi und viele andere.“ (Enzyklika „Fratelli tutti“ Nr.286.)

Es ist der Heilige Geist – so Franziskus - der Menschen bereit und fähig macht, dem Gutem den Weg zu ebnen. Nächstenliebe in einem umfassenden Sinn zu üben, Feindschaft mit Liebe zu überwinden.

Franziskus sagt: „Das Neue Testament erwähnt eine Frucht des Heiligen Geistes (vgl. Gal 5,22), die mit dem griechischen Wort agathosyne bezeichnet wird. Es meint ein Dem-Guten-Anhangen, ein Streben nach dem Guten. Mehr noch, es geht darum, das zu erreichen, was am meisten zählt, das Beste für die anderen: ihre Reifung, ihr gesundes Wachstum, die Übung von Tugenden und nicht nur materiellen Wohlstand. Es gibt einen ähnlichen lateinischen Ausdruck: bene-volentia, d.h. die Haltung, das Wohl des anderen zu wollen.“ (Enzyklika „Fratelli tutti“ Nr.112.)

Einer, der das gelebt hat, ist der barmherzige Samariter, von dem Jesus erzählt. Für Papst Franziskus ist das nicht etwas, das in grauer Vorzeit spielt, sondern heute aktuell ist:

Da fällt ein Mann unter die Räuber und wird halbtot geschlagen. Franziskus sieht diesen Mann in den Flüchtlingen genauso, wie unter denen, die durch das Profitstreben in der globalen Wirtschaft auf der Strecke bleiben und in menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen. Sie alle sind unsere Nächsten, sie alle brauchen unsere Hilfe und Liebe. Es braucht – so meint Franziskus - eine neue politische Ethik für eine gerechtere Welt, eine Ethik aus dem Vertrauen auf Gott. Denn er hat die Möglichkeiten, die Herzen der Menschen zu lenken. Wer wollte da etwas gegen haben? (#wieleben)

 

Einen Tag in den Fußstapfen des Barmherzigen Samariters wünscht Ihnen, Pfarrer Rüdiger Schnurr aus Siegen.

 

 

Mehr Informationen zu einem guten Leben mit und in Krisen:

ARD-Themenwoche: #wieleben
https://www.rbb-online.de/themenwoche/

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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