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Sonntagskirche | 15.09.2019 | 08:55 Uhr

Der Friedhof: Leben-Lachen-Freude

Am heutigen Sonntag können Sie  leben, lachen, Freude spüren - und das alles auf dem Friedhof!

Ja, Sie haben richtig gehört! An diesem Sonntag haben Sie die Möglichkeit, unsere Friedhöfe einmal von einer anderen Seite kennenzulernen. Die Orte, an denen wir sonst trauern und in Stille verweilen, zeigen sich immer am dritten Septemberwochenende von einer uns eher ungewohnten Seite.

Die meisten Erinnerungen an meine letzten Friedhofsbesuche sind traurig und schmerzhaft.

Die Beerdigung einer lieben Kollegin, deren Tod vollkommen unerwartet kam. Sie fand ihre letzte Ruhestätte auf einem Waldfriedhof unter einem großen Kastanienbaum, der nun schützend seine Äste über ihr Urnengrab ausstreckt.

Dann ein trüber Tag im November, als wir meine Oma beerdigt haben. Ich kann mich gar nicht mehr so richtig an Einzelheiten erinnern, ich weiß nur noch, wie merkwürdig mir der Gedanke war, dass ich nun gar keine Großeltern mehr habe. Kein gemeinsames Weihnachtsfest mehr, an dem die ganze Familie bei der Oma zusammen kommen würde, kein Geburtstag, kein Pflaumenkuchen mehr.

So hatten die meisten meiner Friedhofsbesuche einen traurigen Anlass.

Vor wenigen Wochen dann komme ich in Düsseldorf auf dem Weg zu meinem Auto - ich hatte etwas weiter weg geparkt - an einem Friedhofstor vorbei. Ich hab es nicht eilig und will mir sowieso noch etwas die Beine vertreten. Nach den ersten Schritten durch das eiserne Tor, umfängt mich idyllische Ruhe. Wo meine Augen vor wenigen Minuten noch auf grauen Beton geschaut hatten, grünt hier eine Landschaft mit hoch gewachsenen Bäumen, dichten Hecken und ordentlichen Kieswegen. Der sonst allgegenwärtige Straßenlärm verstummt zum leisen Hintergrundrauschen. Statt dessen: Vogelgezwitscher und das Rauschen des Windes in den Blättern.

Auf den Gräbern entdecke ich hier und da vereinzelte Farbakzente: bunte Blumen, manche frisch, andere bereits verwelkt. Namen über Namen: Was für ein Leben hatten sie? Welche Geschichten könnten sie mir erzählen? Ob sie wohl auch Pflaumenkuchen gemocht haben? Mein Blick wanderte hinauf in die hohen Baumkronen und ich erhasche kleine himmelblaue Stücke zwischen den dichten Ästen.

Ich verlangsame mein Tempo weiter und plötzlich will ich mich auf eine Bank setzen.   Diese Ruhe genießen. Festhalten.

30 Meter sitze ich da vom Alltags- und Großstadttrubel entfernt, an einem Ort, den ich bisher nur mit Trauer verbunden hatte und fühle mich - befreit, entspannt, ja -  irgendwie sogar glücklich.

Heute ist der Tag des Friedhofs und wenn Sie an diesem Sonntag einen Friedhof besuchen, haben Sie die Gelegenheit diesen Ort in seiner Vielfältigkeit kennenzulernen. Sei es im Rahmen von Konzerten oder Lesungen, fröhlichen Kinderaktionen oder auch Projekten, die sich mit Bestattungen, Tod und Trauer befassen. Denn auch, wenn wir den Friedhof meist als einen Ort der Stille und Erinnerung betrachten, so ist er doch auch ein Ort des Lebens. Und ja, warum auch nicht des Lachens? Bei meinem Umweg über den Friedhof habe ich das jedenfalls gespürt, wie mich das Leben genau hier angelacht hat.

So lautet das Motto des heutigen Aktionstags zu Recht "Der Friedhof: Leben - Lachen - Freude".

Wann waren Sie das letzte Mal  - einfach so - auf einem Friedhof?

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