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Kirche in WDR 4 | 20.05.2020 | 08:55 Uhr

Der Geruch des Meeres

Guten Morgen!

Heute ist der „Europäische Tag der Meere“. Die Veranstaltungen, die dazu an der irischen Nordseeküste geplant waren, fallen in diesem Jahr aus. Zu gefährlich, wenn so viele Menschen zusammenkommen. Dabei erinnert dieser Tag an ein Thema, das uns noch viele Jahre beschäftigen muss und wird: an die Bedeutung der Küsten und Meere.

Ich mag es, am Meer zu stehen: Von der Düne aus blicke ich hinaus auf das weite Meer. Die Wellen rauschen. Der Wind bläst mir ins Gesicht. Er trägt den unverwechselbaren Geruch des Meeres und Geschmack nach Salz mit sich. Ich atme tief ein. Viele kennen das aus dem Urlaub. Im Moment müssen wir auf diesen Blick, diesen Geruch, diesen Geschmack, verzichten wie auf so vieles andere.

Wenn ich an der Küste stehe und aufs Meer blicke, dann ahne ich etwas von der Weite der Ozeane. Fast dreiviertel unseres Planeten ist von Wasser bedeckt, Lebensraum unendlich vieler Lebewesen. Ich bin fasziniert, wenn ich von bisher unbekannten Lebewesen lese, die gefunden wurden. Hunderttausende, wenn nicht Millionen wären noch zu entdecken, so glauben Forscher.

Doch gleichzeitig, so habe ich gelesen, schwimmen inzwischen in jedem Quadratkilometer Meer hunderttausende Teile Plastikmüll. Gigantische Müllstrudel treiben in den Weltmeeren. Ganze Küstenabschnitte versinken im Plastik. Qualvoll sterben Seevögel und andere Meeresbewohner an dem Plastik, das sie verschlucken. Ein großer Teil des Plastikmülls sinkt auf den Meeresboden, zerfällt dort in kleine Krümel, wird von den Fischen als Nahrung angesehen und landet so letztlich wieder auch in unserem Körper.

Dieser Moment auf der Düne, der Blick auf das Meer, das trübt sich mächtig ein. Was machen wir mit dem Meer, mit dem Lebensraum so vieler Lebewesen! Nach uns die Sintflut, eine Flut aus Müll und Plastik.

Im 95. Psalm in der Bibel finde ich einen bemerkenswerten Satz. Da betet ein Mensch: „Sein ist das Meer, und er hat´s gemacht.“ Da ist jemand überzeugt: Alles hat seinen Ursprung in Gott - das Meer genauso wie die ganze Schöpfung. Das verändert den Blick. Der Lebensraum des Meeres gehört nicht uns. Wir können es nicht nach Belieben ausbeuten, für uns nutzen, verschmutzen. Es gehört Gott. Er hat’s gemacht. Die Erde als Lebensraum, das Meer, ist uns höchstens anvertraut, dass wir es verantwortungsvoll nutzen können. Wenn wir so weiter machen wie bisher, ist die Schöpfung irgendwann erschöpft.

In der Corona-Krise haben wir gelernt, dass wir unser normales Leben einschränken müssen, um uns selbst und alle anderen zu schützen. Zu Anfang ist das vielen von uns nicht leichtgefallen. Aber letztlich wussten wir, was helfen würde, die Ausbreitung der Epidemie einzudämmen und haben es gemacht.

Solche Einsichten brauchen wir auch im Blick auf den Umgang mit der Schöpfung, um Lebensräume wie das Meer zu bewahren oder besser zu retten.

Und das beginnt schon damit, dass wir auf Plastikverpackungen so weit wie möglich verzichten und dass wir keinen Müll in die Umwelt gelangen lassen.

Sein ist das Meer…“ Gott gehört das Meer und er möchte, dass es erhalten bleibt als Lebensraum so vieler seiner Geschöpfe.

Und ich hoffe, er möchte auch, dass noch Generationen nach uns den Geruch des Meeres und den Geschmack des Salzes in der Luft wahrnehmen können.


Es grüßt Sie Ihr Dietmar Arends, Landessuperintendent aus Detmold.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze


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