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Kirche in WDR 5 | 05.07.2019 | 06:55 Uhr

Die andere Wange

Autor: Guten Morgen!

Oma Paulsen hat sich ein Zeitschriftenabonnement aufschwatzen lassen. Ein junger Mann klingelte an ihrer Haustür. Er erzählte Oma Paulsen anschaulich von seinem schweren Schicksal. Jetzt habe er einen beruflichen Neubeginn vor, sie könne ihm dabei helfen. Der junge Mann tat ihr Leid. Sie zahlte ihm einen beträchtlichen Geldbetrag in bar. Und sie unterschrieb das Abonnement.

Als ihr Sohn davon erfährt, ist er entsetzt. „Du bist einem Betrüger aufgesessen, Mutter!“, sagt er und will rechtliche Schritte einleiten. Aber das möchte Oma Paulsen nicht. Sie meint: „Mir tut das doch nicht weh. Der junge Mann braucht das Geld doch viel nötiger als ich.“ – „Aber es ist eine Frechheit“, erwidert der Sohn, „er hat deine Gutgläubigkeit schamlos ausgenutzt, um dich übers Ohr zu hauen!“ Oma Paulsen antwortet: „Heißt es nicht: Wenn mich jemand auf die rechte Backe schlägt, dann soll ich ihm auch die andere hinhalten?“

Ja, das hat Jesus gesagt, so steht es in der Bibel. Jesus sagt unerhörte Dinge, die damals für Aufsehen sorgten und bis heute provozieren. Zum Beispiel: Liebt eure Feinde! Beharrt nicht auf eurem Recht, sondern gebt nach!

Und eben auch dies:

Sprecherin: „Wenn dich einer auf die rechte Backe schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.“

Autor: Ist das nicht gegen jedes menschliche Empfinden? Ich soll mich widerstandslos schlagen lassen und den Schläger auch noch zum Weitermachen einladen?

Jesus geht es darum, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen. Er will den Kreislauf der Rache beenden. Nicht im Zorn zurückschlagen, nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. Vergeltung schlägt immer neue Wunden, eröffnet ein blutiges Pingpongspiel – wie du mir, so ich dir – und führt am Ende in den Abgrund.

Jesus stört diesen zerstörerischen Kreislauf. Das heißt nicht, dass ich mich mit dem Bösen abfinden muss. Aber es gibt andere Mittel, dagegen vorzugehen. Das Böse muss unschädlich gemacht werden, aber nicht durch wütendes Zurückschlagen. Sondern vielleicht durch ein Friedensangebot, das dem Gegner den Wind aus den Segeln nimmt. Oder, wenn das nichts nützt, vielleicht auch mit den Mitteln des Rechts. Schon allein, um mögliche Opfer künftiger Bosheiten zu schützen.

Der Betrüger, der an der Haustür für ein Zeitschriftenabonnement wirbt und mit seiner rührenden Geschichte auf die Gutgläubigkeit von Menschen wie Oma Paulsen zielt – diesem Betrüger muss das Handwerk gelegt werden. Besser noch: der Firma, die ihn mit leicht verdienten Provisionen gelockt hat. Gut, dass der Sohn von Oma Paulsen den Vertragsabschluss rückgängig machen konnte. Das bar gezahlte Geld ist aber wohl verloren, denn trotz Nachforschungen ist der junge Mann nicht mehr ausfindig zu machen. Oma Paulsen sagt: „Ich trage es ihm nicht nach.“ Sie ist sehr froh, dass ihr Sohn nicht auf einer Strafanzeige beharrt.

Falls Ihnen heute etwas Böses begegnet, wünsche ich Ihnen, dass Sie den richtigen Weg finden, damit umzugehen.

Ihr Andreas Duderstedt aus Bielefeld

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