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Kirche in WDR 2 | 16.08.2019 | 05:55 Uhr

Die gute Tat

Joachim: „Kann mir mal jemand helfen kommen“, rufe ich durchs Haus. „Warum?“, ruft meine Tochter zurück. „Weil ich Hilfe brauche“, höre ich mich sagen. Und ich spüre zugleich, wie der Ärger in mir aufsteigt, dass ich meine Bitte auch noch begründen muss.

Was habe ich in der Erziehung falsch gemacht? Kurzer Augenblick der Verzweiflung. – Andererseits: Ich will auch nicht zu schnell urteilen. Familien haben ihren eigenen Umgang, meine auch, und Familienkommunikation ist ein Gesamtkunstwerk mit vielen Zwischentönen.

Das "Warum" meiner Tochter meint eben auch: Warum gerade ich und nicht Mama oder die Schwester? Oder „Papa, Du nervst, ich chille gerade“, ein Satz, der zum Erwachsenwerden wohl dazugehört. Und es gibt, das muss ich zugeben, immer wieder auch sinnlose Durchshauserufe von mir.

Warum soll ich also helfen? Am Ende ist diese Rückfrage aber auch ein Spiegel der Erwachsenenwelt: Das Leben wird mit den Jahren berechnender. Ich tue nur was, wenn es mir was bringt. Ich tue nur was, wenn es mir gerade passt.

Einfach tun, weil jemand Hilfe braucht. Gibt es das noch? Mir fällt dazu die Geschichte von Jesus ein, der von dem barmherzigen Samariter erzählt. Von dem Mann, der sich um den Verletzten kümmert, der ihm zufällig vor die Füße gefallen ist. Der ihn verbindet und ihm aufhilft. Einfach so, wo viele andere einfach vorbeilaufen.

Jesus hätte die Geschichte nicht erzählt, wenn die selbstlose Hilfe für andere selbstverständlich wäre. Sie ist es nicht. Damals nicht bei Jesus vor 2000 Jahren und heute leider auch nicht. Den guten Geist, der mir sagt: Ich helfe meinem Nächsten in der Not, den muss ich immer wieder neu einüben.

Vielleicht hilft dabei das alte Pfadfindermotto: „Jeden Tag eine gute Tat“: Ein gute Tat mal für den Nachbarn, mal für den Partner, die Partnerin, oder für das Kind, das sich mehr Zeit und Beachtung wünscht, oder für den Obdachlosen, der sich nicht nur über einen Euro, sondern auch ein persönliches Wort freut.

Warum? Weil ich es mir wert bin und weil der andere mich braucht. 

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

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