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Kirche in WDR 2 | 26.08.2019 | 05:55 Uhr

Warten

Echt jetzt?

„Durch still sein und warten werdet ihr stark sein. Aber ihr wollt nicht.“ (Jes. 30,15)

 Sagt Gott durch den Propheten Jesaja.

Häh? Echt? Durch Still sein?

Ich meine: Es geht doch immer um Aktion.

Jeder hat doch Dinge, die er oder sie regeln muss. Von wegen still sein. Die Züge fahren ab, wenn ich nicht … und so weiter.

Stimmt ja auch. Oder?

Wir leben ja alle in irgendwelchen Verpflichtungen, Zwängen, Notwendigkeiten.

Ist das so?

Ja. – Schon irgendwie. Weil - ich muss doch. Weil - sonst. Ich bin verantwortlich, muss immer wollen müssen. Oder so.

 

Still sein und warten. Empfiehlt Gott.

„Still sein und warten, um stark zu werden.“

Also: Das Ganze ist nur etwas für Menschen, die sich schwach fühlen.

 

Die, denen Gott das damals zuerst gesagt hat, die hatten alles verloren.

Ihre Heimat, ihre Tempel, ihre Liebsten.

Alles lief offensichtlich ganz gut in ihrem Leben. Der Gott, der sie aus Ägypten befreit hat, gerät in Vergessenheit. Andere Götter werden wichtiger. Und dann kommen die Besatzer:

– und das obwohl sie das Gefühl haben, Gott ist auf ihrer Seite. Trotzdem: Sie werden besetzt, vertrieben, gefangen und gedemütigt.

Da kann man sich schon mal schwach fühlen.

Also ganz anders als bei uns.

Wir fühlen uns in der Regel nicht schwach.

Schwach sind ja, wenn überhaupt, wahrscheinlich die Anderen.

Irgendwelche Anderen halt: Alte, Flüchtlinge, Kranke.

Wir kriegen die Dinge ja in der Regel geregelt. Ich auch. Also meistens.

Na ja. Wer kriegt schon immer alles geregelt?

Eben.

Und wenn nicht, dann ist man wütend, empört, ohnmächtig. Schwach? Zusammen gebrochen. Nicht mal mehr wütend, empört – wer ist das schon?

Die übliche Antwort auf ein Problem, das ich nicht lösen kann, heißt: nochmal. Nochmal versuchen. Ist ja auch nicht schlecht. So lernt man laufen.

Nur – wenn daraus wird: immer mehr desselben. Immer wieder gegen die Erfahrung anzurennen, dass ich etwas eben nicht geregelt kriege, mehr desselben, eben.

Dann mehrt das den Schmerz, die Enttäuschung, die Ohnmacht.

Durch still sein und warten, werdet ihr stark werden, schreibt der Prophet Jesaja.

Weil Gott darauf wartet, gnädig zu sein, sich zu erbarmen.

Still sein und warten.

Dieses Warten macht natürlich nur Sinn, wenn ich bereit bin, auf Gott zu vertrauen. Oder das unvorstellbar Andere, - was heilt, verändert, liebt - wenigstens für möglich zu halten.

Bereitschaft reicht.

Still sein und warten.

Gott - ist schon da.

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

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