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Kirche in WDR 2 | 12.11.2020 | 05:55 Uhr

Aufregung in Ulm und um Ulm herum

Große Aufregung in Ulm, um Ulm und um Ulm herum. …heute ist der Welttag der schlechten Wortspiele, daher musste das jetzt mal sein. Aber worum es geht, haben Sie vielleicht schon längst mitbekommen: Im Ulmer Münster, der größten evangelischen Kirche Deutschlands, werden in 6 Wochen nicht die traditionellen heiligen drei Könige stehen, wie es in den letzten hundert Jahren üblich war und zwar wegen der Darstellung von Melchior, der ja in der Tradition der König mit schwarzer Haut ist..

Die Figur des Melchior in der Krippe des Ulmer Münsters wurde im Jahr 1920 geschnitzt. Sie trägt einen Federschmuck, hat dicke Lippen und goldene Ringe an den nackten Füßen. Sie ist ein Abziehbild davon, wie man sich in der Zeit des Kolonialismus einen farbigen Menschen vorstellt. Irgendwie feist, irgendwie hässlich, irgendwie dumm. Sie sieht mehr nach einem Affen als nach einem Menschen aus. Kurzum die Darstellung von Melchior ist rassistisch und dass sollte Grund genug sein sie zu entfernen. Das sehen natürlich mal wieder nicht alle so. Es gab massive Kritik, warum man diese traditionsreiche Krippe jetzt wegen solcher Gutmenschengedanken nicht mehr komplett aufbauen will, wo dies doch jahrzehntelang völlig in Ordnung war???

Ich sage die Sache verstößt schon seit Schaffung der Figur gegen die christliche Tradition des Dreikönigsfestes!

Erst im siebten Jahrhundert hat man sich in der christlichen Tradition überlegt, dass man aus den Weisen aus dem Morgenland, die laut der Bibel Jesus in Bethlehem besucht haben, drei Könige macht, die aus den Kontinenten Afrika, Asien und Europa kommen. Mehr Kontinente waren damals noch nicht bekannt. Dies hat man gemacht, um zu zeigen, dass bei Jesus alle Menschen willkommen sind. Egal wie sie aussehen! Egal wo sie herkommen! Alle Menschen sind Königinnen und Könige in den Augen Gottes. DAS ist eigentlich die christliche Tradition.

Deswegen ist es absolut nicht in Ordnung einen schwarzen Menschen, als trottelig und hässlich darzustellen. Solche Figuren sind Majestätsbeleidigung. Nicht wegen moderner Ideen politischer Korrektheit, sondern weil Rassismus nichts mit dem Christlichen zu tun haben darf. Das hat die Kirche selbst viel zu oft nicht bedacht und gegen diese Tradition gesündigt.

Das heißt nicht, dass jetzt nur noch drei Könige mit heller Hautfarbe in deutschen Krippen stehen dürfen. Das wäre völlig falsch, weil es wichtig ist, dass die Vielfältigkeit der Menschheit an der Krippe versammelt ist, eben weil wir alle willkommen sind. Deswegen lasst uns doch neue Krippenfiguren machen. In Ulm und Ulm herum – sie wissen schon: überall wo es nötig ist. Figuren, die würdige Königinnen und Könige sind. Wie wäre es, wenn Menschen aus Afrika afrikanische Majestäten bauen würden. Wie wäre es wenn transsexuellen Menschen einen/eine König*in beisteuern würden. Wie wäre es überhaupt mal mit drei Königinnen geschnitzt von Frauen? Und viele andere gekrönte Häupter mehr! Dass würde dem entsprechen, was die christliche Tradition jedem zuspricht: Alle Menschen sind zu Jesus gerufen und wir alle sind würdige Majestäten in seinen Augen. Nicht trotz, sondern weil wir unterschiedlich sind!

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