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Kirche in WDR 4 | 15.01.2019 | 08:55 Uhr

Die himmlische Hintertür

Guten Morgen.

Das gehört zum Glück der Vergangenheit an: Mit dem Auto an einer Grenze stehen und darauf warten, kontrolliert zu werden. Auf dem Weg nach Holland oder Frankreich merkt man es kaum, dass man eine Grenze überschreitet.

Auf dem Weg nach England ist das anders, auch schon vor dem Brexit. Bevor wir mit unserem alten Sharan überhaupt auf die Fähre fahren dürfen, gibt es drei Kontrollstellen. Zuletzt schaut ein Grenzbeamter erst in unsere Pässe, dann in unsere Gesichter und fragt jeden Einzelnen persönlich nach dem Namen. Auf dass sich niemand unbefugt Zutritt verschafft.

Je größer die Angst ist, desto schärfer werden die Kontrollen und die Zulassungsbestimmungen. Ich komme mir beinahe schon vor wie ein gesuchter Verbrecher. Im Vereinigten Königreich ist offenbar nicht jeder willkommen.

Während wir noch in einer der Warteschlangen stehen, geht mir ein Gedanke durch den Kopf, der mich nicht mehr loslässt. Wie ist es wohl im Reich Gottes? Oder, wie es in der Bibel wörtlich heißt, „im Königreich der Himmel“? Wer ist denn da willkommen und wer nicht?

Manche meinen ja, dass die Kirche da viel zu lax sei. Sie sehen sich als Verteidiger Gottes.

Aber ist das nicht eigentlich eine absurde Vorstellung, dass Gott menschliches Sicherheitspersonal nötig hätte, den Himmel zu schützen und zu bewahren, wo wir es schon mit der Erde nicht schaffen.

Im Königreich der Himmel braucht es weder Mauern noch Zäune, weder Waffen noch technische Sicherheitsvorkehrungen. Im Königreich der Himmel herrscht auch keine Angst, erst recht nicht vor Menschen, die manche vielleicht als unwürdig ansehen.

Jesus, der Sohn Gottes, ist nicht in diese Welt gekommen, um die Anständigen und Selbstgerechten zu belohnen und die vermeintlich Bösen zu bestrafen. Er ist zu den Betrügern gekommen.

Genauso zu den Gestrandeten und zu den Ausgegrenzten. Jesus zeigte damit: Gott lädt alle in sein Königreich der Himmel ein.

Weit verbreitet dagegen ist die Vorstellung von Petrus als strengem Torwächter am Eingang des Himmelreiches. Obwohl davon nichts in der Bibel steht. Doch es gibt eine schöne Geschichte dazu:

Petrus wundert sich, dass der Himmel so voll ist, obwohl er Vielen den Zutritt verwehrt hat. Und dann sieht er sogar einige von den Abgewiesenen doch noch im Himmel umherspazieren. Da er sich keinen Reim darauf machen kann, schickt Petrus den Apostel Paulus los. Ihm vertraut er. Paulus soll bitte einmal nachschauen, was da los ist. Paulus tut, wie ihm geheißen. Aber es dauert eine Weile, bis er berichten kann: „Petrus, du hattest Recht. Der Himmel ist tatsächlich voller, als es deine Eintritts-Zahlen belegen.“ Petrus schäumt vor Wut. Aber Paulus hält ihn zurück: „Du, Petrus, am Hintereingang steht der Sohn vom Chef. Der lässt alle herein, - auf eigene Rechnung -, alle die es wollen.“

Jesus, der Sohn Gottes, kam in diese Welt, um den Himmel aufzuschließen, und nicht zu.

Die Einladung Gottes gilt: Der Himmel steht jedem offen. Darum braucht es dort keine Grenzschützer. Es braucht Menschen, die ihre eigenen Grenzen überwinden und die Einladung Gottes leben.

Ihr Pastor Heinz-Bernd Meurer aus Bottrop.

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