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Kirche in WDR 5 | 06.07.2019 | 06:55 Uhr

Die Lilien auf dem Feld

Autor: Guten Morgen!

Oma Paulsen wird bald 90 Jahre alt. Sie wohnt selbständig in ihrem Haus, aber es fällt ihr immer schwerer, den Alltag zu bewältigen. Neulich ist ihr die volle Teekanne entglitten und zu Bruch gegangen, leicht hätte sie sich verbrühen können oder an den Scherben verletzen. Trotz solcher Missgeschicke ist die alte Frau meistens heiter und macht sich offenbar keine Gedanken über das, was kommt. Ihr Sohn und ihre Schwiegertochter dagegen schon, sie machen sich Sorgen, versuchen ein paarmal, das Thema anzuschneiden: Wäre es nicht an der Zeit, sich nach einem Platz in einem guten Altenheim umzusehen? Oder über eine andere Lösung nachzudenken? Doch Oma Paulsen sagt nur leichthin: „Ich komme doch ganz gut zurecht.“ Und fröhlich fügt sie hinzu: „Seht die Lilien auf dem Feld, heißt es doch. Seht die Vögel unter dem Himmel. Sie säen nicht, sie ernten nicht, und unser himmlischer Vater ernährt sie doch. Also wird er auch für mich sorgen. Darauf vertraue ich.“

Oma Paulsen zitiert, was Jesus gesagt hat. Er ruft dazu auf, sich keine unnötigen Sorgen zu machen, berichtet die Bibel:

Sprecherin: „Schaut auf die Vögel des Himmels: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen - euer himmlischer Vater ernährt sie. Lernt von den Lilien auf dem Feld, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht, ich sage euch aber: Selbst Salomo in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von ihnen.“

Autor: Aber ist es nicht leichtfertig, die Zukunft ganz außer Acht zu lassen? Zeigen Oma Paulsens Sohn und seine Frau nicht Verantwortung? Ohne Sorge und ohne Vorsorge kann doch kein Mensch leben.

Redet Jesus also dem Leichtsinn das Wort, ermuntert er zur Verantwortungslosigkeit? Sehen wir genau hin. Er sagt nicht: Verhaltet euch wie die Vögel, lebt wie die Blumen. Er sagt: Schaut sie euch an, beobachtet sie einmal. Dann könnt ihr etwas Wesentliches verstehen. Sie plagen sich nicht mit tausend Bedenken und entwickeln keinen hektischen Aktionismus. Und dennoch leben sie. An den Pflanzen und Tieren könnt ihr sehen: Was wirklich wichtig ist im Leben, das ist unverfügbar. Dass wir überhaupt leben, ist ein Geschenk. Unsere Sorgen ändern nichts daran.

Es gibt berechtigte Sorgen, die Verantwortung erfordern. Sie sind zu unterscheiden von den überflüssigen. Wenn ich dankbar bin für das Geschenk meines Lebens, wenn diese Dankbarkeit mein Grundgefühl ist, dann kann mir diese Unterscheidung gelingen. Dann werde ich nicht leichtfertig denken, wenn ich selber gefragt bin: Gott wird’s schon machen. Und zugleich wird mir bewusst: Mein wohlüberlegtes und planvolles Vorgehen hat seine Grenzen. Es geschieht im Vorläufigen. Das schützt vor Selbstüberschätzung.

Oma Paulsen hat sich mit ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter jetzt darauf verständigt, dass einmal täglich eine Haushaltshilfe kommt. Über das Thema Altenheim sprechen sie später wieder.

Dass Sie heute die notwendigen Sorgen von den überflüssigen unterscheiden können, wünscht Ihnen Ihr Andreas Duderstedt aus Bielefeld

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