#
Aktuelles

Beiträge auf: wdr5 

katholisch

Kirche in WDR 5 | 23.12.2020 | 06:55 Uhr

Die Nächstbesten

Wir sind eine Familie auf den letzten Drücker: Bei uns beginnt erst heute Nachmittag der Kulissenbau fürs Weihnachtsfest. Der Baum kommt heute erst ins Haus und dann natürlich die Krippe davor. Das wird noch ein bisschen dauern, bis alles steht.

Zugegeben, eigentlich besteht unsere Krippe nur aus einigen wenigen kleinen Figuren: Maria, Josef, Kind, Ochse, Esel und dann noch ein paar Hirten. Für die Könige sollte auch noch Platz sein, aber die kommen ja erst später dazu. Aber es wird wohl wieder so sein, dass sich einige Plastikfiguren aus dem Fundus der kleinen Töchter dazugesellen werden. Und bis Silvester werden das jeden Tag mehr. Ponys und ungestüm aufsteigende Pferde. Dann kommen da noch Mutter mit Kind im Kinderwagen, Bauarbeiter, Polizist, vielleicht Barbie, Bibi und Tina und ein wirklich kleiner Batman dazu. Meine Frau wird dann leicht nervös, weil das Arrangement dann nicht mehr so zu den doch eher barocken Krippenfiguren passt. Aber irgendwie war das ja auch schon vor 2000 Jahren so.

Mal ehrlich: Warum gerade Hirten aus der Gegend zu der Krippe kamen, lässt sich doch schlüssig nur so erklären, dass die eben gerade da waren. Keine Herberge frei, ein Stall hinter dem Dorf Bethlehem, tiefste Nacht – wer soll denn da von der Geburt etwas mitbekommen haben, außer ein paar Hirten, die eben da gerade auf dem Feld lagerten. Es sind also die Nächstbesten, die da gerade vorbeikommen. Als hätte der kleine Jesus schon damals gewusst, dass man genau diese Nächstbesten für eine ordentliche Gemeindegründung braucht. Dabei wären vielleicht ein paar gut vernetzte Kaufleute besser gewesen, die viel durch die Gegend reisen und die frohe Botschaft sonstwohin bringen. Oder ein paar Herrscher, die ihren Untertanen das Christentum schon beibringen werden – vielleicht nicht immer botschaftskonform.

Am Anfang aber kommen die Nächstbesten. Das waren damals Hirten. Und heute? Den Gedanken kann man schön weiterspinnen. Und tatsächlich wird das an vielen Stellen in den Städten und im Internet auch gemacht. Auch da finden sich in vielen Krippen neben der üblichen Krippenbesetzung ganz normale Menschen von heute aufgestellt, teilweise mit Mundschutz und auf Abstand, Klinikpersonal, Kriegsheimkehrer aus dem 2. Weltkrieg, eine Kindergartengruppe, Handwerker aus allen Berufen, Kranke und Besorgte, Unbekannte und Berühmte. Zu bestaunen sind diese Krippen auf den Krippenwegen in Köln oder Aachen, Schwerte oder Münster-Handorf und im Internet auf vielen Seiten.

Was in diesen Krippen zu sehen ist, ist oft ein ganz anderes Völkchen, als man es an einer Krippe erwartet. Und trotzdem – theologisch passt das: Das Kind in der Krippe kündigt ja ein neues Zeitalter des Friedens für alle Menschen an und das gilt erst einmal den Nächstbesten – eben, weil das alle angeht: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen.“ Das ist genauso Hoffnung wie auch Auftrag für alle. Und das ist so einfach wie lebenswichtig, dass damit auch alle etwas anfangen können: Mutter mit Kind im Kinderwagen, Bauarbeiter, Polizist, sogar Barbie, Bibi und Tina und auch ein wirklicher kleiner Batman, ... wenn er sich ein bisschen zusammenreißt. Und falls Sie wie ich heute noch alles für morgen aufbauen müssen: Kommen Sie gut durch diesen Tag und behalten Sie sich dabei die Vorfreude! Aus Krefeld grüßt Sie Christoph Buysch.

katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen