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Kirche in WDR 3 | 16.01.2019 | 07:50 Uhr

Die spinnen, die Briten?

Guten Morgen. „Die spinnen, die Briten.“ Diese Bemerkung fiel öfter auf unserem Familienurlaub in England. Nicht, dass die Menschen jenseits des Ärmelkanals wirklich verrückter sind als diesseits.

Aber sie sind doch - etwas anders. Nicht bloß, dass sie auf der „falschen“, das heißt der linken Seite Auto fahren. Die Briten haben eine andere Zeitzone, anderes Geld und andere Maßeinheiten. Und sie haben definitiv einen anderen Humor. Einige lieben es sehr schrill und schräg, besonders in der quirligen Hauptstadt London.

Wir sind froh, dass wir uns im Osten Englands eingenistet haben. In einem kleinen ruhigen Ort, nicht weit entfernt vom Meer. Dort finden wir eine Steilküste mit einem wunderschönen Ausblick auf die ganze Bucht. Man kann sein Auto fast direkt am Steilufer parken. Praktischerweise gibt es dort sogar Bänke. Ein geradezu idealer Ort für ein Picknick. Und so holen wir unsere Vorräte aus dem Wagen. Da entdeckt unsere Tochter ein Namensschild auf der Bank. Ich winke ab. Das wird irgendein Spender sein, der sich auf der Bank verewigt hat.

Doch dann sehen wir auf allen Bänken Namensschilder, außerdem einige Kerzen, ein paar verwelkte Schnittblumen und welche aus Plastik.

Das ist ja fast wie auf einem Friedhof, werfe ich noch spaßeshalber ein. Damit sollte ich gar nicht so falsch liegen.

Wir schauen uns die Schilder genauer an: „Auf ewig unvergessen“, steht da, oder: „Er wollte nur mal rausfahren“. Die rechteckigen Betonplatten, auf denen die Bänke stehen, erinnern ebenfalls an einen Friedhof.

Unserer Tochter ist der Appetit endgültig vergangen. „Hier können wir doch kein Picknick machen!“, stellt sie entrüstet fest.

Und wieder mal denken wir: „Die spinnen, die Briten.“

An diesem wunderschönen Ort, direkt an der Steilküste mit einem Blick das weite Meer. Ausgerechnet dort gedenken sie ihrer Toten. Ausgerechnet hier ist ein Erinnerungsort für die Menschen, die das Meer nicht zurückgebracht hat. Und unter uns am Ufer spielt sich das Leben ab. Man sieht auf die bunten Badehäuschen und die Badenden im Wasser und die, die in der Sonne schmoren

Und mit einem Mal gefällt mir dieser Gedanke. Genau hier ist es gut. Damit ich nicht vergesse, was schon in der Bibel steht. „Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Psalm 90,12 aus: Lutherbibel 2017)

Hier, auf unserer Bank an der Steilküste, wird mir klar: Genieße das Leben. Genieße diesen wunderbaren Ort und die einmalige Schönheit dieses Augenblicks. Die heranrollenden Wellen und all die Menschen, die Spaß miteinander haben. All das ist ein Geschenk. Freu´ dich daran, selbst wenn dir das Leben die ein oder andere Wunde geschlagen hat. Wer weiß, wie lange du es noch genießen kannst. Irgendwann kehrst auch du nicht mehr zurück. Wie die Menschen, deren Namen auf den Schildern stehen.

Freu` dich an dem weiten Himmel und an der Welt, die noch weiter jenseits liegt. „Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind“, (Lukas 10,20 aus: Lutherbibel 2017), sagte Jesus seinen Jüngern.

Diese Freude des Jenseits, die in das Leben diesseits des Horizontes ragt, ist mein Trost. Und den möchte ich mit Ihnen heute teilen.

Ihr Pastor Heinz-Bernd Meurer aus Bottrop.

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