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Kirche in WDR 4 | 14.06.2021 | 08:55 Uhr

Digital gegen Gewalt

Guten Morgen,

dankbar sind die Frauen aus El Alto in Bolivien. Denn die bolivianische Frauenrechtsorganisation OMAK aus dem Hochland der Anden (1) hat Datenpakete zum Telefonieren und für Videokonferenzen finanziert für Frauen, die Beratung brauchen und Hilfe. Zum Beispiel weil sie zu Hause Gewalt erleben. Gewalt durch ihren Mann, Bruder oder Vater. Wegen der Pandemie dürfen sie das Haus nicht verlassen, und die Psychologin darf sie auch nicht besuchen. Die Frauen sind der Gewalt ausgeliefert. Wie also an Hilfe kommen wie die Organisation OMAK sie anbietet – mit psychologischer Beratung und Treffen in kleinen Gruppen. Zwar hat fast jede Frau in Bolivien ein Handy, häufig aber nicht genug Datenvolumen, um zu telefonieren oder an einer Videokonferenz teilzunehmen. Das Geld dafür wurde frei. Denn die Mitarbeiterinnen von OMAK sagten sich: Wenn wir uns nicht mit den Frauen treffen können, brauchen wir auch kein Geld, um Räume zu mieten für Beratung und kein Geld für die Miete von großen Sälen, wo Frauen sonst zusammenkommen zu Seminaren oder Konferenzen. Mit dem so eingesparten Geld und der Unterstützung vom Friedensdienst Eirene in Deutschland finanziert die Frauenrechtsorganisation nun Datenpakete und Videokonferenz-Lizenzen für Frauen. So können die Frauen weiterhin Kontakt zu den Psychologinnen und den anderen Frauen halten. Eine gute Idee, finde ich und ja auch ganz leicht umsetzbar.

Allerdings haben sich die Organisatorinnen gefragt: Werden die Frauen, wenn sie bedroht werden, so mutig sein, auch wirklich zu telefonieren und um Hilfe zu bitten?

Die Fachkräfte in El Alto haben sich für die Hoffnung entschieden und starteten den Versuch. Sie haben Erfolg. Und natürlich haben die Medien auch öffentlich davon berichtet. Damit fühlen sich die Täter beobachtet. Und mancher kontrolliert sein Verhalten etwas mehr. Wenn die Frauen ihre Probleme besprechen, können sie die Videokonferenz oder das Telefonat sofort beenden, wenn ihr Mann in den Raum kommt. Oder sich einfach über Kochrezepte unterhalten, als ob sie gerade mit einer Freundin sprechen.

Die Hürde, an einem Gruppentreffen oder einer Konferenz teilzunehmen ist im digitalen Raum viel kleiner. Bei Treffen außerhalb von Zuhause kommt ja gleich die Frage: Was machst du da eigentlich? Mit wem triffst du dich und wozu?

Natürlich bleiben ein persönliches Gespräch und eine persönliche Begegnung unersetzbar. Aber für vieles lässt sich das digitale Netz auch gut nutzen.

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ Diese Worte aus der Bibel aus Psalm 31 passen zu dem Projekt, finde ich. Und ich denke: Ja, vielleicht ist der digitale Raum der, den wir heute stärker mit in den Blick nehmen müssen, auch wenn wir über Gott nachdenken. 

Natürlich werden alle weltweit tätigen Organisationen nach dem Ende der Reisebeschränkungen ihre Reisetätigkeiten wieder aufnehmen. Denn sie wollen ja die Menschen vor Ort erleben und ihnen persönlich begegnen.

Aber der Schritt in den digitalen Raum ist inzwischen für alle leichter geworden. Und so begegnen sie sich viel schneller und buchstäblich auf Augenhöhe.

 

Gute Begegnungen, ob persönlich digital, das wünscht Ihnen Gerlinde Anders, Pfarrerin in Leverkusen.

 

(1) https://eirene.org/projekte/frauen-als-friedensstifterinnen, letzter Zugriff am 23.05.2021.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze 

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