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Kirche in WDR 4 | 08.04.2021 | 08:55 Uhr

Donnerstags in Schwarz – Starke Zeichen setzen

Aktualisierte Wiederholung vom 09.05.19 (Titel: Türkei)

  

Guten Morgen.

„Kauft keine Früchte aus Südafrika“ mit dieser Parole ziehen wir mit vielen anderen Demonstrierenden durch die Fußgängerzone in Dortmund. Gekleidet wie südafrikanische Sklaven. Es geht um die Abschaffung der Apartheid, die Trennung von Menschen mit schwarzer und weißer Hautfarbe. Das alles hat etwas von den Zeichenhandlungen der Propheten in der Bibel. Unsere Zeichenhandlungen waren Ende der 80erJahre. Frauen aus evangelischen Kirchengemeinden standen im Supermarkt vor der Obstauslage mit Flugblättern und Aufklebern: „Kauft keine Früchte aus Südafrika“, um auf die Situation der Schwarzen hinzuweisen. Was bringt so etwas? Einmal waren die Betroffenen in Südafrika froh über die Solidarität, wie der ehemalige Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, bestätigt hat. (1) Und zweitens ist die Apartheid zum Thema geworden. In Kirchengemeinden und an anderen Orten. Es wurde diskutiert. Und das hat sicher mit dazu beigetragen, dass die Apartheidsgesetze in Südafrika bis 1994 abgeschafft wurden. Aber es geht weiter. (2)

Die evangelische Kirche ist weiter dran – noch heute herrschen mancherorts sklavenähnliche Bedingungen auf südafrikanischen Obst- und Weinbaufarmen. Heute ist aber ein Boykott nicht angebracht. (3)

Sinnvoller ist es, Gespräche zwischen Gewerkschaften und Farmern in Gang zu bringen. Das wirkt. Wenn auch sehr langsam. Es braucht Geduld.

Was mich fasziniert – die Zeichenhandlungen von damals – von kirchlichen und anderen Gruppen getragen – sie haben etwas bewirkt. Sie haben dafür gesorgt, dass das Unrecht nicht schweigend hingenommen wurde. Sie haben mitgeholfen, dass etwas ins Rollen kam in Südafrika.

Ich erinnere mich auch an die „Frauen in Schwarz“ (4). Immer am gleichen Wochentag standen sie in den 90er Jahren an immer der gleichen Stelle in der Bochumer Fußgängerzone nahe der evangelischen Kirche. Schweigend. Mit einem Transparent für den Frieden. Ein lebendiges Mahnmal. Die Idee der „Frauen in Schwarz“, der „Women in black“ ist über Argentinien und Israel zu uns gekommen.
Heute gibt es eine ganz ähnliche Zeichenhandlung. Ausgelöst durch die MeToo-Bewegung ist sie wiederbelebt worden. Die weltweite ökumenische Kampagne „Donnerstags in Schwarz“ (5). Sie will bewusst machen: Krieg ist kein Mittel zur Konfliktlösung. Gewalt gegen Frauen ist in vielen Ländern der Erde alltäglich und Kleinwaffen aus Deutschland bedrohen in Afrika und anderswo die Bevölkerung. Der neueste Rückschlag: Die Türkei ist im März ausgetreten aus dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, auch bekannt als Istanbul-Konvention. Mehr als 300 Frauen sind in der Türkei im vergangenen Jahr ermordet worden. „Viele von ihnen von ihren Ehemännern, Ex-Partnern, Brüdern oder anderen Männern aus dem nahen Umfeld.“ (6)

Heißt es auf einer türkischen Internetplattform gegen Frauenmorde.

Die Konvention sagt: „Die Unterzeichnerstaaten verpflichten sich, Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie alle Formen von häuslicher Gewalt - etwa Vergewaltigung in der Ehe - als Verbrechen einzustufen und entsprechend zu bestrafen.“ (7)

„Donnerstags in Schwarz“ ruft alle Frauen auf, Botschafterinnen einer Welt ohne Vergewaltigung und Gewalt zu sein.

Und so geht das: donnerstags schwarze Kleidung und den Kampagnenbutton tragen. Plakate aufhängen. Ein generationenübergreifendes Gespräch anregen - über eine Welt ohne Vergewaltigung und Gewalt.

 

Solche Zeichen haben enorme Wirkung. Natürlich braucht es langen Atem. Und immer wieder neue Aktionen. Wachsamkeit – ist vielleicht nur scheinbar etwas erreicht? Aber der Grundstein, der ist gelegt. Die Situation aufgezeigt. Weithin sichtbar! Öffentlich. Dahinter kommt man nicht mehr zurück. Keiner kann sagen – das habe ich ja gar nicht gewusst. Und das bewegt etwas. Zentimeterweise manchmal, bis der Punkt kommt, wo die Lage sich zum Guten wendet. Gott sei Dank.

 

 Quellen:

(1) https://www.oxfam.de/system/files/20171010-billig-verkauft-teuer-bezahlt.pdf (letzter Abruf am 29.03.2021)

(2)https://www.evangelisch.de/inhalte/125862/15-10-2015/auf-plantagen-suedafrika-lebt-die-apartheid-fort (letzter Abruf am 29.03.2021)

(3) https://women-in-black.de/ (Kölner Frauen und internationale Bewegung) (letzter Abruf am 29.03.2021)

(4) www.frauenhilfe-westfalen.de/news_2019/globale-oekumenische-kampagne-donnerstags-in-schwarz-752.html (letzter Abruf am 29.03.2021)

(5) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/tuerkei-istanbul-konvention-101.html

„Außerdem sollen Gewaltopfer spezielle Schutzeinrichtungen, beispielsweise Frauenhäuser, sowie psychologische und soziale Beratung angeboten bekommen. Als "Gewalt" gilt laut Abkommen nicht nur physische Gewalt, sondern auch geschlechtsspezifische Diskriminierung, Einschüchterung oder wirtschaftliche Ausbeutung.“ (zuletzt abgerufen am 30.03.2021, 12.30 Uhr)

(6) s. Anm. (7).

 


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