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Kirche in WDR 4 | 02.01. 2019 | 08:55 Uhr

Ehrenmann und Ehrenfrau

Guten Morgen!

Vor wenigen Wochen wurde von einer Jury des Langenscheidt-Verlags das "Jugendwort des Jahres" 2018 gekürt. Es ist diesmal keine phantasievolle jugendsprachliche Neuschöpfung. Ein altes Wort ist aus der Versenkung aufgetaucht: Es ist der „Ehrenmann“ und gleichberechtigt die „Ehrenfrau“. Reden Jugendliche wirklich so?

Wer sich in der Rapperszene umhört, begegnet häufig dem „Ehrenmann“, allerdings in seiner verdrehten, verlogenen Existenzform. In dem Rap mit dem Titel 'Ehrenmann' heißt es: „Schlägst deine Frau und behauptest, dass du ein Ehrenmann bist“. Da werden Männer beschimpft, die alles andere sind, nur keine mit Ehre.

Ehrenmänner und Ehrenfrauen aber zeichnen sich dadurch aus, dass man spürt: Die sind etwas Besonders, sie tun etwas Besonders, sie setzen sich für Schwächere ein, sie machen keine falschen Versprechungen, auf sie kann man sich verlassen.

Ehrenmänner und Ehrenfrauen gibt es wohl immer zu wenige. Vielleicht ist das der tiefere Grund, warum auf einmal dieses Wort wieder beliebt ist. Es ist ja ein Ausdruck der Anerkennung. Zum Ehrenmann oder zur Ehrenfrau kann man sich nicht selbst ernennen.

Wer es darauf anlegt geehrt zu werden, dem wird die Ehre verweigert. Wem aber diese Hochachtung zuteil wird, der wundert sich wohl selbst am meisten, wie es dazu gekommen ist.

„Wer sich selbst groß macht, der wird unbedeutend gemacht werden; aber wer sich selbst unbedeutend macht, wird groß gemacht werden“ (Lukas 14,11), sagte Jesus einmal zu seinen Schülern. Er meinte, dass Gott das tut: Den, der sich nicht aufspielt, den wird er ehren, und den der sich hervor tun will vor anderen, den macht er klein.

Jugendliche haben sensible Antennen, mit denen sie schnell merken, ob sich einer großtut und sich aufspielt, oder ob einer ganz uneigennützig einfach das tut, was einem anderen gut tut und hilft. Dann hat der Mann oder die Frau Ehre.

In der Bibel ist nur sehr zurückhaltend von der Ehre die Rede, die einem Menschen von anderen gegeben wird. In der Bibel steht Gott an erster Stelle, den alle ehren sollen. Und besonders ehrenvoll sind laut Bibel die Menschen, die Gott die Ehre geben. Gott die Ehre geben bedeutet, sich für Gott zu öffnen. Wie er gütig und freundlich zu sein. Ehrenmänner und Ehrenfrauen handeln mitmenschlich.

In der Geschichte vom barmherzigen Samariter erzählt Jesus von so einem Ehrenmann. Es ist einer von dem man es nicht erwartet hat. Ein Fremder. Er hilft einem, den andere halb totgeschlagen haben.

Der Samariter kennt ihn nicht, aber er reinigt und verbindet seine Wunden. Er leistet aber nicht nur erste Hilfe, sondern sorgt dafür, dass ihm auch danach Hilfe sicher ist. Zwei andere, die an dem Verletzten vorbeikamen, haben weggeschaut und sind vorbeigegangen. Vielleicht würden sie heute stehenbleiben und gaffen. Jesus fragt seinen Zuhörer: „Wer von den dreien ist dem, der von den Räubern überfallen wurde, als Mitmensch begegnet?“ Die Antwort ist sonnenklar. Mach es ebenso wie der, der Mitleid hatte - also sei ein Ehrenmann oder eine Ehrenfrau.

Es grüßt Sie, Pastor Rüdiger Schnurr aus Siegen.

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