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Kirche in WDR 2 | 04.11.2019 | 05:55 Uhr

Ehrfurcht vor dem Heiligen

Sabine: Schönen guten Morgen, mein Name ist Sabine Steinwender-Schnitzius.

Joachim: Guten Morgen, mein Name ist Joachim Gerhardt.

Sabine: Joachim, du kommst gerade zurück aus Australien und hast ein spannendes Thema mitgebracht:

Joachim: Ja, nämlich die Frage: Was ist mir eigentlich heilig? Und die Frage ist mir gekommen, weil ich habe am Uluru gestanden.

Sabine: Am Ayers Rock?

Joachim: Ja, Ayers Rock ist der alte Name, der Kolonialname; also dieser große zentrale Berg in Australien, dieser rote Sandsteinberg.

Sabine: Genau, der soll ja jetzt geschlossen werden, weil …

Joachim: Der ist bereits geschlossen. Ende Oktober hat man gesagt: Jetzt ist Schicht! Der Berg ist heilig den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines, da darf jetzt keiner mehr hoch.

Sabine: Ja, die Touris haben das ja auch reichlich ausgenutzt, die haben ja überall ihren Müll dahin geschmissen und ihre Geschäfte verrichtet.

Joachim: Ja, also ich kann das verstehen. Wenn ich mir vorstelle, dass die Menschen in meiner Kirche auf den Altar steigen und machen, was sie wollen, fände ich auch nicht ok.

Sabine:  Die Frage ist ja: Was ist uns heilig? Was ist dir heilig, Joachim?

Joachim: Ja, ich habe nachgedacht, jetzt auch am Fuß des Berges, des Uluru. Ich glaube, dass wir so heilige Orte brauchen. Ich glaube, so Orte, die man bewusst wahrnimmt, können einem zu heiligen Orten werden, die einem kostbar sind.

Sabine: Ich habe auch noch mal darüber nachgedacht. Also ich würde sagen, mein Körper ist mir heilig. Weil ich geheiligt bin. In der Bibel heißt es ja auch, der Körper ist der Tempel Gottes. Das ist doch eine tolle Vorstellung, oder?

Joachim: Das ist eine sehr wertschätzende Vorstellung.

Sabine: Aber es ergeben sich ja auch Pflichten daraus, finde ich. Wenn ich geheiligt bin, dann muss ich ja auch entsprechend mit mir umgehen.

Joachim: Und das kann auch zu Problemen führen, wenn du merkst, dass dein eigener Körper nicht mehr so will, wie du willst. Wenn er zerfällt, älter wird, du krank wirst …

Sabine: Und es verändert ja auch meine Beziehung zu den anderen. Wenn ich die anderen auch als Tempel Gottes betrachte …

Joachim: Ich glaube, der Apostel Paulus hat ja auch so ein Bild in der Bibel benutzt, dass der Körper, also der Mensch ein heiliger Tempel ist. Das ist ja auch für uns Protestanten, finde ich, etwas Prägendes. Weil wir ja sagen: Es gibt in dem Sinne gar nicht heilige Orte, auch eine Kirche wenn erst dann heilig, wenn Menschen in der Kirche sind. – Mir ist das nahe, weil ich durchaus sagen kann: Für mich ist ein Mensch heilig! Die Bibel erzählt ja auch davon, dass jeder ein „Ebenbild Gottes“ ist, also in jedem Menschen spiegelt sich etwas Heiliges wider.

Sabine: Das ist ein toller Auftrag für uns heute. Wir gehen heute durch die Welt und behandeln alle, alle …

Joachim: Alle!

Sabine: Auch die, die wir nicht mögen, als heilig.

Joachim: Schön. Lass uns das probieren!

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

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