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Kirche in WDR 4 | 18.02.2019 | 08:55 Uhr

Ein Hoch auf die Amateure

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist, ist das Wochenende leider schon wieder rum. Tja.

Ich mag das Wochenende. Denn da spielt Viktoria Köln. Das ist eine Fußballmannschaft in der vierten Liga. Vierte Liga ist Amateursport pur. Denn die meisten Fußballspieler in der vierten Liga haben einen ganz normalen Beruf und trainieren am Abend nach der Arbeit. Johnny Wendt, einen legendären Mittelstürmer, konntest damals unter der Woche in seinem Kiosk in Nippes antreffen.

Die Mannschaft von Viktoria Köln spielt im Höhenberger Stadion im Kölner Osten. Der Stadtteil Höhenberg ist nicht gerade verwöhnt und hat viele soziale Probleme. Aber die Menschen, die dort wohnen sind liebenswert. Denn sie halten zusammen und sind stolz auf das, was sie gemeinsam hinkriegen.

Manche sind auch stolz auf ihren Fußballclub. Viktoria Köln ist ein bisschen wie sie selbst: Zäh und nicht leicht unterzukriegen. Ich mag den Club. Früher gabs für nen Euro Kaffee aus einer leicht rülpsenden Pumpkanne und selbstgebackenen Streuselkuchen zu einem Euro vom Blech verkauft. Da spielte der Verein noch in der fünften, in der ganz dunklen Zeit in der sechsten Liga.

Heute gibt es Pommes und eine Stadionwurst im Brötchen. Es gibt eine Vereinshymne, die praktisch nicht singbar ist und bei der auch niemand mitsingt. Der Stehplatz kostet neun Euro, der Sitzplatz fünfzehn. Mit deinen Kumpels steigst du die Betontreppen hoch, suchst dir einen Platz aus. Mehr als 500 bis 1000 Fans verlieren sich eigentlich nie auf den Rängen. Wir sitzen oft schräg unterhalb von einem älteren Herrn, der jedes Mal in breitestem Kölsch und schneidender Stimme seinen Unmut über die in seinen Augen schlimme Spielweise von Wunderlich, Backszat und co. auf das Spielfeld brüllt. Ein paar Reihen vor uns sitzt der Wirt vom Griechen an der Kreuzung, der ein leckeres Gyros machen kann. Und durch die Reihen quetschen sich die Kinder aus der E-Jugend, die in einer Spardose, die aussieht wie ein Fußball aus der Ernst-Huberty-Ära Spenden für die Nachwuchsmannschaft sammeln. Der Fußball ist oft erstaunlich ansehnlich, und wenn Traditionsmannschaften wie Rot-Weiß Essen oder Oberhausen nach Höhenberg kommen kann es auch ziemlich hitzig werden.

Ich mag den Amateursport. Und heute, am Montag möchte ich die Amateure hochleben lassen, weil die Amateure von Viktoria Köln oft ein Teil meines Wochenendes sind. Das Wort Amateur kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Liebhaber. Amateursportler sind also Menschen, die ihren Sport aus Liebhaberei und Leidenschaft betreiben. Amateurfußballer sind also keine Nichtskönner. Sicher, sie sind keine Hummels oder Neuers. Sie heißen Holzweiler, Reiche und Derflinger. Nicht jeder Pass kommt an und so mancher Schuss fliegt über die Latte ins Aus. Geschenkt.

Aber sie lieben, was sie tun. Denn sie sind Amateure. Und sonntags im Stadion nehme ich mir vor: Ich will versuchen, das was ich in der Woche tun muss, auch wie ein Amateur zu tun: Mit Liebe und Leidenschaft. Und wenn mir in meiner Arbeit mal ein falscher Einwurf oder ein Fehlpass passiert: Egal. Amateure müssen Gott sei Dank nicht perfekt sein. Sonst wären sie ja Profis. Und mit diesem Gedanken kann der Montag ruhig kommen. Er ist gar nicht mehr so schlimm.

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