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Kirche in WDR 4 | 19.07.2019 | 08:55 Uhr

Ein neues Herz

Sprecherin: Sag mal, sollen wir das wirklich machen? Ich fühle mich nicht so ganz wohl dabei. Gerade wo jetzt... Andererseits... ja, da kannst du bald nirgendwo mehr hinfahren, ohne ein schlechtes Gewissen zu kriegen. Vom Fliegen mal ganz zu schweigen. Oder wollen wir einfach mal sehen, was wir hier in der Nähe finden? Nordsee. Oder vielleicht auch mal Ostsee? Ist ja auch spannend, mal zu sehen, wie sich der Osten entwickelt hat... Ja, lass uns das heute Abend noch mal besprechen. Tschüss.

Autor: Guten Morgen, Anne und ihr Mann Jan denken über den nächsten Familienurlaub nach. Bei den beiden funktioniert das ökologische Gewissen noch ganz gut. Und sie freuen sich riesig auf diese Urlaubszeit mit den Kindern.

Andere haben da längst resigniert und sagen: Wieso sollen denn ausgerechnet wir Rücksicht nehmen und uns die Reisen ins Ausland verkneifen? Die meisten Schadstoffe gehen doch sowieso auf das Konto der Industrie. Und die Bauern? Sprühen tonnenweise Glyphosat auf ihre Äcker. Vom mangelnden Ökologiebewusstsein anderer Länder weltweit mal ganz zu schweigen. Ja, und dann die kriminellen Autobauer hier bei uns, die ihre Kunden betrogen haben und falsche Software eingebaut haben.

Gut, und dann sind da die, die sich kaum Gedanken machen und einfach losfliegen oder losfahren. Nach dem Motto: Nach uns die Sintflut.

Neulich sah ich im Fernsehen ein Interview mit unserer Umweltministerin. Sie redete davon, dass wir genau auf dem Ast sitzen, den wir gerade absägen. Donnerwetter, dachte ich, die hat es kapiert. Aber werden dieser Einsicht auch Taten folgen?

Langsam wird allen klar: Wir rennen sehenden Auges in die Katastrophe. Und niemand kann hinterher behaupten: Wir haben es nicht gewusst.

Die Schülerinnen und Schüler der „Fridays for Future“-Bewegung“ haben das längst erkannt. Ich habe Respekt vor diesem Engagement und bin froh, dass diese Jugendlichen sich einmischen und konkrete Handlungsschritte einfordern. Schließlich geht es um ihre Zukunft. Und es ist eben auch das Privileg der Jugend, davon zu träumen, dass diese Welt besser werden könnte.

Genauso habe ich auch gefühlt und geträumt. Heute sehe ich, was ich damals nicht wahrhaben wollte: Geld regiert die Welt. Und die Gier nach Geld und Rendite ist der Maßstab allen Handelns.

Zu stark sind eigenen Interessen von Personen oder ganzen Staaten, als dass Vernunft, Besonnenheit und maßvolles Handeln einkehren könnten. Es ist blauäugig, damit zu rechnen, dass sich in der nächsten Zeit hieran grundlegend etwas ändern könnte.

So steuern wir also weiter mit Vollgas auf die Katastrophe zu. Eigentlich kann uns nur noch ein Wunder retten. Wenn Gott zum Beispiel das wahrmachen würde, was er den Menschen einmal durch den Propheten Hesekiel versprochen hatte. 

Sprecherin: „Ich will Ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben.“

Autor: Großer Gott, gib uns Mitgefühl für die Schöpfung und damit auch für uns selbst. Rette uns aus Verstrickung und Schuld. Nimm die steinernen Herzen weg – und fange bei mir an.

(Ende WDR 4, Verabschiedung auf WDR 3 und WDR 5: )

Gott mit Ihnen an diesem Tag – das wünscht Ihnen Pfarrer Frank Küchler aus Marialinden.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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