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Kirche in WDR 4 | 24.02.2021 | 08:55 Uhr

Ein offenes Ohr

Guten Morgen!

 

Ernst-Martin Barth ist Pfarrer auf Schalke. Und der Mann hat es gerade nicht leicht. Schalke 04 hat ein Jahr voller Misserfolge und Skandale hinter sich. Nun droht der Abstieg in die zweite Liga. Es gab ein Jahr lang keinen Sieg, keinen Erfolg, keine Zuschauer im Stadion, keine Fangesänge.

 

Dazu kommt: Gelsenkirchen hat seit Jahren die höchste Arbeitslosigkeit in Deutschland. Keine leichte Aufgabe. Schalke-Pfarrer. Da geht es nicht nur um Fußball. Ernst-Martin Barth erzählt, dass ihn die Menschen auf der Straße auf ihren Verein ansprechen. Jeden Tag. Gerade in Gelsenkirchen identifizieren sich die Menschen sehr mit dem Fußball-Club. Sie erleben Erfolge und Niederlagen besonders intensiv.

 

Eine ganze Weile schon sind es Misserfolge. Davon reden die Leute. Und der Schalke-Pfarrer hört zu. Der Frust über den Verein ist groß; aber es kommen schnell auch andere Themen zur Sprache: Da ist die Existenzangst der Friseurin oder des Taxifahrers. Es gibt Streit in den Familien, Probleme bei der Kinderbetreuung.

 

Viele Menschen, die Ernst-Martin Barth trifft, sind verunsichert - auch ganz unabhängig vom Fußball. Manche sind ohne Zukunftsperspektive. Haben den Job verloren, Kurzarbeit, Lockdown. Sie wissen nicht, wie es weitergehen soll.

 

Dann lässt der Schalke-Pfarrer die Menschen erstmal reden. Er nimmt sich Zeit. Manchmal fragt er nach früheren Krisen im Leben. Denn er versucht mit den Leuten herauszufinden, was ihnen schon einmal geholfen hat. Er geht auf sie ein, möchte gemeinsam mit ihnen Lösungen finden. Er will die Kräfte wecken, die sie in sich haben.

 

Für ihn selbst hat ein Bibelvers besondere Bedeutung. Der lautet: „Vergiss nicht, was Gott dir schon Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2b)

Also das Erinnern an gute Zeiten hilft ihm, auch in schwierigen Phasen wieder Hoffnung zu haben, dass es besser wird. Auch im Fußball. Aber noch mehr in seinem Leben. Und so versucht er, die Menschen daran zu erinnern, was sie schon alles geleistet haben. Damit sie ihre Stärken neu entdecken.

 

Diese Einstellung, die ihm wichtig ist, gibt er an andere weiter: Denk daran, was du schon Gutes erlebt hast. Vergiss nicht, was du im Leben schon alles geschafft hast. Und: Hab Geduld. Gib nicht auf. Glaube daran, dass es wieder besser wird.

Viele Menschen kommen in die Stadion-Kapelle in der Arena auf Schalke. Sie suchen Ruhe und Trost. Dabei ist das Thema „Fußball“ nur ein Türöffner. Dann folgen lange Gespräche und ein offenes Ohr des Pfarrers.

 

Es sind schwierige Zeiten. In Gelsenkirchen und an so vielen anderen Orten im Land und in der Welt. Ich wünsche mir mit Ernst-Martin Barth, dass Menschen sich an gute Zeiten erinnern, auch daran, was Gott ihnen schon geschenkt hat - und dass sie daraus Kraft schöpfen für den Alltag. Schön, wenn sie es wagen, von ihren Sorgen zu sprechen und dabei immer wieder ein offenes Ohr finden.

 

Solche ein offenes Ohr, das wünsche ich Ihnen auch!

 

Ihr Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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