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Kirche in WDR 5 | 31.07.2020 | 06:55 Uhr

Ein Papst spricht Klartext

Guten Morgen!

Kirche und Politik – wie passt das zusammen? Sollte sich die Kirche da raushalten? Manche finden, dass sich die Kirche nur um das Seelenheil der Menschen kümmern und die Politik den Politikern überlassen sollte. Ich finde das nicht. Und ich bin in guter Gesellschaft. Papst Franziskus findet das offensichtlich auch nicht. Vor wenigen Jahren hat er eine Enzyklika verfasst, also ein Lehrschreiben, in dem er sich massiv in die weltweite Politik einmischt.

„Laudato si“ heißt die Enzyklika. Mit deutlichen Worten beschreibt das Oberhaupt der katholischen Kirche hier die ökologischen Katastrophen auf unserer Erde. Papst Franziskus stellt den Zusammenhang zwischen Umweltproblemen und sozialer Ungerechtigkeit heraus. Er prangert die Profitgier an, die rücksichtslos die biologische Vielfalt in der göttlichen Schöpfung zerstört. Den Klimawandel hält der Papst für „eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit“. Deshalb müsse sie sich von fossiler Energie wie Erdöl und Kohle verabschieden. Dazu brauche es dringend politische Programme. Den Zugang zu sauberem Trinkwasser erklärt Franziskus zu einem universalen Menschenrecht, das unabhängig von wirtschaftlichem Profitstreben sein sollte. Um eine ökologische Umkehr zu erreichen, sei ein Dialog zwischen Politik und Wirtschaft unabdingbar notwendig.

Kein Papst zuvor hat so eindeutige Worte zu diesem Thema gefunden. Als evangelischer Christ kann ich dafür nur Respekt und Sympathie empfinden. Denn ich bin zutiefst überzeugt, dass wir Menschen als vernunftbegabte Geschöpfe Verantwortung tragen – Verantwortung für Gottes wunderbare Schöpfung, für die Umwelt, die uns umgibt und von der wir ein Teil sind. Die Kirchen, gleich welcher Konfession, predigen Gottes Liebe zu den Menschen. Da kann es mir als Christ nicht gleichgültig sein, wie es den Menschen geht. Und ich sehe: Die Ärmsten und die Schwächsten in den Ländern, die zum Klimawandel am Wenigsten beitragen, sind schon jetzt die Hauptbetroffenen.

Papst Franziskus hat sich von seinem Namensgeber inspirieren lassen: von dem bekannten Heiligen Franz von Assisi. Man erzählt, dass er den Tieren gepredigt hat. Vor 800 Jahren verfasste er ein Lied, ein Loblied auf die Schöpfung und auf Gott, den Schöpfer - den so genannten „Sonnengesang“. Seine Strophen beginnen fast alle mit den Worten: „Laudato si’, mi signore“ – Sei gepriesen, mein Herr. So im Einklang mit der Natur leben wie der Heilige Franziskus – das kann heute niemand mehr. Aber seine Botschaft ist weiter aktuell: Danke Gott für die Schöpfung. Und du wirst sie nicht rücksichtslos ausbeuten, sondern versuchen alles tun, sie zu erhalten. Insofern ist der Sonnengesang des Franz von Assisi ein politischer Text.

Ob die heutige Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus etwas bewirkt? Man könnte angesichts der Wirklichkeit daran zweifeln. Und trotzdem: Der Papst macht mit seinem Lehrschreiben Hoffnung und Mut. Und bewegt Viele, ihren Beitrag zur Bewahrung der geschundenen Schöpfung zu leisten. Im Großen wie im Kleinen.

 

Dass Sie heute dazu Ihren ganz persönlichen Beitrag leisten können, wünscht Ihnen

Ihr Andreas Duderstedt aus Lemgo.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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