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Kirche in WDR 2 | 30.06.2020 | 05:55 Uhr

Ein Sticker auf der Jacke

Schulferien – endlich durchatmen. Für viele heißt es: Nie wieder Schule. Sie haben ihren Abschluss geschafft. Doch zwischendrin taucht sie immer wieder auf. Die Frage: Was jetzt? Viele sind sich noch unsicher.

Plötzlich ist sie im Briefkasten: eine Postkarte von der Bundeswehr. Adressiert an unsere Tochter. Das Motiv: Eine Uniform mit einem großen Sticker. Darauf ihr Name in Großbuchstaben: REINMUTH. Und hinten auf der Karte steht : „Du in Uniform? Bei der Bundeswehr? Warum eigentlich nicht? Wenn Du wissen willst, wie sich das anfühlt und welche Möglichkeiten sich Dir bieten, dann informiere Dich unter...“ (1) So wirbt die Armee einmal im Jahr um den Nachwuchs. Gerne auch vor Ort in der Kaserne. Aber der Tag der offenen Tür muss in diesem Jahr ausfallen – wegen Corona. Er findet auch nicht in Afghanistan, Mali oder im Kosovo statt. Wo die die Uniformen oft staubig oder blutverschmiert sind. Ist ja klar. Als Soldat und Soldatin lernt man den Krieg.

Vor 40 Jahren hat es das auch schon gegeben: einen Sticker, den Zehntausende getragen haben. Im Westen und im Osten. Meist links an der Schulter. „Schwerter zu Pflugscharen“ stand darauf, und in der Mitte war das Bild dieser berühmten Skulptur: Ein starker Held , der mit einem gewaltigen Hammer ein Schwert zu einem Pflug umschmiedet. Das Symbol der DDR-Friedensbewegung. Dazu der Hinweis auf Micha 4. Das ist die Bibelstelle, wo steht: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln.“ Wer in der ehemaligen DDR diesen Sticker getragen hat, musste mit Repressalien rechnen. Man nannte das „Wehrkraftzersetzung“. Der Prophet Micha hat jedenfalls diese Vision: Die Völker werden nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Es kommt eine Zeit, da wird das wahr, da ist sich der Prophet sicher.

Bis dahin verschickt die Bundeswehr in Deutschland Postkarten an alle Jugendlichen, die 17 Jahre alt werden. Denn sie muss sich um Nachwuchs bemühen. Sie hat einen Auftrag. Den regelt die Verfassung. Viele halten das für richtig und notwendig. Und ehrlich gesagt: Es gibt auch eine Stimme in mir, die sagt: Kann sein, dass das ab und zu notwendig ist, eine Armee. So wie man eben auch eine Polizei braucht. Aber die christliche Friedenshoffnung weist in eine andere Richtung: Besser den Krieg nicht mehr lernen.

Zur Armee oder nicht? Sogar freiwillig? Die Evangelische Kirche in der ehemaligen DDR hat damals formuliert: Den Dienst mit der Waffe zu verweigern, bleibt für Christinnen und Christen „das deutlichere Zeichen“.


Quelle:

(1) Text der Werbeaktion von 2019. In diesem Jahr schreibt die Bundeswehr: „Bestimmt hast du die aktuelle Situation um das Covid-19-Virus intensiv verfolgt. Gerade in dieser schwierigen Zeit unterstu?tzt die Bundeswehr mit ihren Frauen und Männern in Uniform und in Zivil die deutsche Bevölkerung mit allen Kräften. Mach dir selbst ein Bild von den vielfältigen Aufgaben in den Streitkräften – zum Beispiel im Freiwilligen Wehrdienst. Informiere dich unter: bundeswehrkarriere.de/VIP/Vorname


Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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