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Kirche in WDR 4 | 04.03.2019 | 05:55 Uhr

Ein Stück vom Himmel

Ein Stück vom Himmel

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja. Stimmt natürlich nicht, denn heute ist Rosenmontag. Es ist Karneval, die Party geht weiter und das Wochenende auch.

Karneval finde ich ganz großartig. Denn am Karneval hat sich mein Leben entscheidend verändert.

Und das kam so: Vor zwölf Jahren spielte am Karnevalssonntag der 1. FC Köln bei Rot-Weiß-Essen. Es war wieder mal eine dunkle Zeit für den FC. Zweite Liga. Christoph Daum war gerade Trainer geworden. Es lief und lief aber gar nicht gut. Mit ein paar Freunden gingen wir ins Lapidarium, eine legendäre Kneipe in der Nähe vom Eigelsteintor. Der Plan: zusammen einen schönen FC-Sieg gucken und danach Party machen. Tja. Der erste Teil des Plans ging daneben. Schnell lag der FC 0:3 zurück. Entsetzen vor und hinter dem Tresen - und unter den Pappnasen und Perücken auch. Beim Stand von 0:4 sagte Ernst, der Wirt: „Ich mache jetzt besser mal wieder Musik“ und drehte den Fernsehton ab. Die beste Idee des Tages. Denn beim zweiten Lied hakte sich eine Frau bei mir unter. Sie hatte die ganze Zeit hinter mir an einer Säule gestanden. Sie trug einen schwarzen Gehrock und war im Gesicht rot-weiß geschminkt mit viel Glitzer dazwischen.

Ich lachte unsicher, sie lachte freudestrahlend zurück. Und danach tanzten und tanzten wir und ließen uns für den Rest des Tages gar nicht mehr los.

„Kumm loss m´r fiere, nit lammentiere. Denn Spass und Freud, dat hätt noch keinem Minsch jeschaht. Denn die Trohne, die do laachs, bruchs de nit kriesche. Loss m´r fiere, op kölsche Art.“ Das kam natürlich auch irgendwann, und ich weiß noch, dass ich dieses Lied so laut mitgesungen habe, dass nachher mein Hals weh tat. Und vielleicht so überzeugt und vergnügt wie nie zuvor. Denn zu diesem Zeitpunkt war ich schon sehr verliebt.

Im letzten Buch der Bibel wird darüber spekuliert, wie die Geschichte der Welt, die Geschichte der jungen Christinnen und Christen mit Gott wohl ausgehen wird. Angesichts von soviel dummem Zeug, Krisen und Blödsinn, der den Menschen auch vor 2000 Jahren schon eingefallen ist. „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen,“ heißt es da. „Und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Alte ist vorbei.“ Auf Kölsch: Am Engl iss et esu: Ding Trohne deehste nit mie kriesche. Do deihst Trohne fuzze! Am Ende ist es so: Du weinst deine Tränen nicht mehr, du … naja. Du weißt, was ich meine.

Wäre das nicht himmlisch? Die Menschen vor 2000 Jahren haben sich jedenfalls vorgestellt, dass am Ende der Geschichte der Himmel kommt. Und dass der Himmel genau so ist: Keiner muss mehr traurig sein. Freude pur. Wenn es den Karneval nicht schon gäbe, du müsstest ihn erfinden: Denn da kannst du sechs Tage im Jahr schon mal am Himmel riechen! Jedes Jahr neu.

Und ich, ich kann sogar jeden Tag am Himmel schnuppern. Denn ich habe besonderes Glück gehabt: Mit der Frau, die ich am Karnevalssonntag vor zwölf Jahren kennen gelernt habe bin ich seit ein paar Jahren verheiratet.

Weißt du, wie toll das ist? Deswegen wünsche ich dir das auch: Ein Stück Himmel, heute und morgen im Karneval. Und wenn das Stück Himmel länger bleibt hätte der liebe Gott auch nichts dagegen.


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