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Kirche in WDR 2 | 20.06.2020 | 05:55 Uhr

Eine Frage der Perspektive

Ich stehe am Fenster. Schaue hinaus. Ziemlich wehmütig. Eigentlich müsste ich jetzt gerade den Urlaub vorbereiten. Schon mal ein paar Sachen einpacken. Mach ich aber nicht. Urlaub gibt's dieses Jahr nicht. Haben wir alles abgesagt. Lange schon. Vorsorglich. Obwohl man ja jetzt eigentlich sogar schon wieder fahren könnte. Ich denke zurück an das letzte Jahr. An einen schönen Sommer an der Ostsee. Strandkorb, Sonne, Meer.

Einmal hat uns plötzlich am Strand ein Wolkenbruch überrascht. Das war was! Hektik überall. Schnell alles zusammenraffen, losrennen. Hoch zur Strandpromenade. Irgendwo unterstellen. Und so stehen wir dann alle da. Unter dem Vordach einer Strandbude. In Badesachen und Schlappen. Und blicken grimmig Richtung Strand.


Was könnte man da jetzt schön in der Sonne liegen! Blöder Wolkenbruch! Mistwetter! In diesem Moment kommt ein kleiner Junge vorbei. Vielleicht vier Jahre alt. Fröhlich stapft er durch den Regen. Nackte Beine in großen Gummistiefeln. So hüpft er von Pfütze zu Pfütze. Lacht. Schaut nach oben, lässt sich den Regen ins Gesicht prasseln. Nimmt noch mal Anlauf und patscht weiter durch das Unwetter.


Vielleicht ist es ja manchmal einfach eine Frage des Blickwinkels. Ob etwas ärgerlich ist oder nicht. Ob man etwas als Einschränkung empfindet oder vielleicht als Chance. Als Anreiz, Sachen ganz anders zu tun als bisher, dabei aber vielleicht ebenso glücklich zu sein.


In der Bibel gibt es dieses Wort: „Wir richten unseren Blick nicht auf das, was wir sehen, sondern auf das, was jetzt noch unsichtbar ist.“ (2. Kor 4,18) Auf das Gute nämlich, das kommt, wenn das Bedrückende vorüber ist. Der Apostel Paulus weiß wovon er spricht. Er schafft diesen Perspektivwechsel. In viel schwierigeren Situationen: Er ist verraten worden, ausgelacht. Man hat ihn ins Gefängnis gesteckt. Für nichts. Aber er schafft es, immer wieder den Blick vom Negativen abzuwenden. Er findet überall auch Gutes: Die Kraft z.B., die er trotz allem immer noch in sich spürt. Oder Chancen, die sich ihm eröffnen. Gerade in Krisen. Und so bekommt er es hin, dass er nicht untergeht in seinen Sorgen. Sondern, im Gegenteil, sogar zuversichtlich ist. Das ist ein Geschenk Gottes. Sagt er.


Und? Worauf schaue ich? Auf die Einschränkungen? Oder auf die Möglichkeiten? Auf das, was verloren gegangen ist ? Oder auf das, was sich neu finden lässt? Grummelt man gegen das Wetter an? Oder zieht man seine Gummistiefel an und springt lachend durch den Regen? Manchmal ist es wohl wirklich eine Frage der Perspektive.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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