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Kirche in WDR 3 | 07.02.2020 | 07:50 Uhr

Eine Hotline zu Jesus?


Mit zu meinen schönsten Aufgaben in der Gemeinde gehört es, Kinder auf ihre erste Kommunion vorzubereiten. Die meist 9-Jährigen sind in so einem Alter, wo sie noch viele Fragen zum Glauben haben – und das manchmal auf eine ziemlich witzige Art.

Vor einiger Zeit kam einmal ein Kommunionkind auf mich zu und fragte mich: „Gibt es bei Jesus auch so etwas wie eine Hotline?“ Ich war ganz überrascht und fragte zurück: „Was meinst du denn damit?“ „Naja,“ sagte das Kind, „im Gottesdienst heißt es doch immer: lasst uns Gott anrufen.“

Tja, was sollte ich da sagen? Klar: Das Kommunionkind hatte den Ausdruck „anrufen“ im Sinne von „telefonieren“ verstanden. Aber eigentlich war ja seine Frage: Wie klappt das genau mit dem Beten?

Puh – diese Frage ist ja eigentlich ziemlich ernst. Und zentral. Da kann ich nicht mit Hotlines kommen. „Wie hältst Du es mit dem Beten?“ Fragen Sie das mal einen Christen, den Sie kennen, oder fragen Sie sich das selbst mal… Gar nicht so leicht, da spontan eine Antwort drauf zu geben.

Bei mir war das mit dem Beten nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Gut - ich stamme aus einem katholischen Elternhaus, wir gingen sonntags in die Messe. Aber daheim wurde nur selten gebetet. Das konnte ich mir von keinem so richtig abgucken. Und ich kann ihnen noch nicht mal sagen, wann das bei mir angefangen hat mit dem Beten. Gefühlt mache ich das eigentlich schon immer.

Ich bete nicht auf Knopfdruck. Muss mich dafür nicht in meine religiöse Ecke verkriechen. Ich bete immer dann, wenn mir gerade danach ist. Im Auto, an der Supermarktkasse. Wenn es brenzlig wird, oder wenn ich einfach mal „Danke“ sagen will. Und dazu bete ich meist nicht mit vorgefassten Worten, sondern mit meinen eigenen –  wenn ich überhaupt welche brauche.

Für mich heißt Beten einfach: In Kontakt bleiben mit Gott. Weniger im Sinne von Anrufen bei einer Hotline - mit Warteschleife und allem, was da nervt. Beten ist mein Gespräch mit Gott – oftmals jenseits der Worte.

„Bleibt in meiner Liebe“, hat Jesus gesagt im Johannesevangelium, „Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“

Darum geht es: Verbindung zu halten. Das Sprechen, wie im Gebet oder in einer Hotline, ist dafür nur die zweitbeste Wahl. Zu lieben – das ist die erste Wahl, sagt Jesus. So, und jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wie ich das meinen Kommunionkindern beibringe. Aber ich hoffe, Sie wissen jetzt so ungefähr, wie ich das meine – mit dem Beten. Aus Oerlinghausen grüßt Sie Marie-Simone Scholz.

 

Johannesevangelium Kapitel 15, Verse 5 und 9

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