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Sonntagskirche | 06.06.2021 | 08:55 Uhr

Eine Straße, die Menschen verbindet

Guten Morgen!

Schnurgerade zieht sie sich durchs Ruhrgebiet. Lebensader wird die A 40 auch genannt – in großen Teilen folgt sie der B1, auf einer uralten Handelsroute, die von der belgischen Nordseeküste über Aachen und Königsberg bis in die russische Stadt Nowgorod reichte.

 

Zur Lebensader wurde die Route durch den Handel mit Waren. Aber nicht minder diente sie dem Austausch von Neuigkeiten, von Nachrichten, Ideen, ja, Kultur. Spielleute waren hier unterwegs mit Spektakel und Liedern. Neue Techniken und Kunstfertigkeiten lockten die Menschen an auf Marktplätzen – an Orten, zwischen denen immer eine Tagesetappe für die Reisenden mit ihren Ochsen- und Pferdekarren lag. Die großen Ruhrstädte erwuchsen daraus - Duisburg, Mülheim, Essen, Bochum, Dortmund - und dann weiter, wie Perlen auf der Schnur, am alten Hellweg Unna, Werl, Soest, Erwitte, Geseke, Salzkotten, Paderborn und so weiter.

 

Da war nicht jede und jeder für sich im eigenen Auto unterwegs wie wir heute – ein buntes Treiben muss das gewesen sein auf den Straßen, Märkten und in den Gasthäusern. Eng, gesellig, laut stelle ich mir den Rummel vor und lebendig, - ein Gewirr von Dialekten und Sprachen. Das Gegenteil von „Abstand halten“.

 

Und Singen war nicht verboten –, nein, hier wurden Lieder angestimmt, aus unterschiedlichsten Landstrichen und Kulturen, von Kaufleuten, Marketenderinnen, Vagabunden, Steinmetzen, Handwerkern aus allen Zünften, Pilgerinnen, Bauleuten, Gauklern. Alle anders.

Und doch eng verbunden im Austausch von Gütern und Ideen, im Abkupfern von Fertigkeiten, im Erzählen und Singen.

 

Doch - male ich jetzt nicht alles zu schön? Die alten Zeiten waren doch nicht einfach nur gut. Da gab’s doch auch jede Menge Gewalt, Betrug, Raub, Ausbeutung, Wegelagerei Standesdenken und noch viel mehr. - Ja, zweifellos!

 

Und doch ist es das, worauf meine Sehnsucht sich richtet an diesen hellen Juniabenden nach all den Lockdowns und auf Abstand bleiben langer, langer Monate. Sehnsucht auf unbekümmerten Austausch und Nähe zu Menschen aller Kulturen. Alle anders. Und doch alle gleich an Würde und Rechten geboren.

 

Diese Sehnsucht wird für mich befeuert durch den Geist von Pfingsten. Da gingen die ersten Christen raus auf die Straßen Jerusalems. Und auch die waren voller Menschen aus vielen Kulturen. Da waren Parther, Meder, Elamiter, Juden, Kreter, Araber und noch viel mehr. Alle anders. Und doch verstand jede und jeder diese Botschaft: In Christus gehört ihr alle zu Gott. Kein Mensch muss verleugnen, was er von Geburt her ist, nicht die Muttersprache, nicht die eigene Kultur, nicht die persönliche Herkunft.

„Und die Menschen sagten zueinander: Was ist das? Wir hören diese Leute in unseren Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat.“ (1)

Solche Erfahrung wünsche ich uns allen. Und einen gesegneten Sonntag!

 

  

(1) Die Bibel, Apostelgeschichte 2,11.

  

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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