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Kirche in WDR 2 | 13.04.2021 | 05:55 Uhr

Entführte Mädchen in Nigeria

 

Es ist schon wieder passiert, vor einem Monat.

Direkt aus dem Traum heraus, halb verschlafen, wurden wieder über 200 Mädchen aus ihrer Schule im Norden Nigerias verschleppt – von der Terrorgruppe Boko Haram. Gott sei Dank sind sie alle wieder freigelassen worden.

Vor sieben Jahren war das anders. Erinnern Sie sich noch? 230 Schülerinnen wurden damals im Nordosten des Landes entführt.

Ich kann mich so genau an diese Fotos damals erinnern auf denen die Mädchen zu sehen waren. Alle in graue Gewänder gehüllt, auf dem Boden sitzend und die Augen völlig verängstigt nach unten gerichtet. Dieses Foto war der Gruß der Terroristen an die Welt: Seht her, wir haben eure Mädchen.

Einigen ist damals die Flucht gelungen, andere wurden nach Jahren freigelassen, aber von über 100 der Mädchen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind einfach verschwunden. Womöglich wurden sie zu Selbstmordattentaten gezwungen – denn das gehört zur Realität des Terrors von Boko Haram.

Auch aus den Medien ist das Thema nach einer Weile verschwunden, die Mädchen vergessen. Nicht so beim Journalisten Stefan Klein. Er wollte genauer wissen, was passiert ist: hat mit vielen Menschen vor Ort gesprochen und darüber ein Buch geschrieben. Er bekam aber auch die außergewöhnliche Chance mit ein paar der entführten Schülerinnen zu reden. Drei Jahre lang waren sie Gefangene der Terrorgruppe.

 

In dem beeindruckenden Buch erzählt Stefan Klein, dass manche der entführten Mädchen ihre Bibel unter den weiten Gewändern versteckt hatten, trotz der Todesdrohungen ihrer Entführer. Das berührt, verwundert und beeindruckt mich gleichermaßen.

 

Was mich aber so unglaublich wütend macht, ist die Tatsache, dass die Terrorgruppe es gerade auf Schulen und deren Wertevermittlung abgesehen hat und dass die Mädchen im Prinzip auch noch dafür bestraft wurden, dass sie zur Schule gegangen sind.

 

Denn wenn Kinder lesen und schreiben können, haben sie viel bessere Möglichkeiten - überall auf der Welt. Bildung ist der Schlüssel zu mehr Gerechtigkeit, mehr Gleichberechtigung, freiem Denken und ist eine wichtige Grundlage für Frieden.

Eine Tatsache, die den Terroristen anscheinend Angst macht, sonst würden sie diese ja nicht auf so abscheuliche Art und Weise bekämpfen.

Ach, und Boko Haram soll übersetzt so viel heißen wie: Westliche Bildung ist verboten!

 

Ich wünsche, dass alle Kinder auf der Welt Zugang zu Schulen haben, ob nun digital oder im Präsenzunterricht - und das ohne Angst. Und ich denke heute an die Mädchen aus Nigeria. Ich will, dass ihr Schicksal nicht vergessen wird.

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