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Kirche in WDR 4 | 03.02.2020 | 08:55 Uhr

Entzündete Hundemandeln

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider wieder vorbei. Tja.

Zum Glück geht die Woche los – und unserem Hund geht es wieder besser. Er hatte zum Glück nichts Schlimmes. Er hatte Halsschmerzen, wahrscheinlich so ein leichtes Kratzen. Bevor ich selbst einen Hund hatte, habe ich nie darüber nachgedacht, ob Hunde auch Halsschmerzen bekommen können. Warum sollte ich auch? Können sie aber tatsächlich. Und ich habe es daran gemerkt, das Greta begonnen hat Gras zu fressen. Wahrscheinlich ist es folgendermaßen: Der Hund spürt was im Hals, dass da nicht hingehört. Ein Fremdkörper. Der ist aber in Wirklichkeit das Kratzen. Kann auch ein Sodbrennen sein. Jedenfalls beginnt der Hund beim Spazierengehen Gras zu fressen. Wahrscheinlich glaubt er, dass das Gras dem Fremdkörper – der ja in Wirklichkeit kein Fremdkörper, sondern eben ein Kratzen ist – mit in den Magen nimmt. Wie bei ner Flaschenbürste sozusagen. Pustekuchen. Der Hund frisst und frisst – und irgendwann kotzt er Gras. Auch das ist nicht schlimm. Ein Arztbesuch, ein Medikament, nach in paar Tagen ist es vorbei. Welpen können sogar eine Mandelentzündung bekommen. Wie kleine Kinder, deren Immunsystem noch nicht stark genug ist. Hatte unsere Greta auch schon. Bin ich auch zur Tierärztin. Frau Dr. Degen war damals so freundlich und hat mir die Mandeln gezeigt. Sie hat mit ner Lampe in den Hals geleuchtet – da waren sie tatsächlich zu sehen. Zwei feuerrrote entzündete Punkte. Auch hier: Nach ein paar Tagen war alles wieder gut.

Heute erlaube ich mir mal über Krankheiten und Wehwehchen zu sprechen. Denn heute ist der Festtag des heiligen Blasius. Der lebte vor 1700 Jahren in der Türkei. Er war der Legende nach Arzt und später Bischof. Während einer Christenverfolgung soll Blasius auch mal eine Zeit lang mit Tieren in einer Höhle gelebt haben. Das war mir bislang neu. Waren die Tiere verletzt, soll er ihnen geholfen haben. Vielleicht hat er ihnen dabei wie Frau Dr. Degen oder andere Tierärzte auch in den Hals geguckt? Wer weiß? Genauso wie dem jungen Mann, den Blasius später ne Fischgräte aus der Luftröhre gezogen haben soll, damit er nicht erstickt.

Irgendwie schräg, dass die die Katholiken für jedes Wehwehchen und jede Krankheit einen Heiligen oder eine Heilige haben. Mit ner dazu passenden Geschichte. Salmanus kümmert sich um die Atemnot. Anna um die Bauchschmerzen. Radegundis um das Fieber bei Kindern und der heilige Sebastian um die HIV-Positiven.

Schräg, klar, aber auch irgendwie … cool. Heilige halten die Hoffnung wach: Trotz all dem Mist in der Welt wird – wenn es nach Gott geht - alles gut. Auch wenn du keine Hoffnung spürst. Auch wenn es gerade schwierig ist. Auch wenn deine Augen tränen und du kein Wort rausbringst: Gott hat dich im Blick. Und auch deinen Hund übrigens. Davon bin ich überzeugt. Und weil das so schwer zu glauben ist brauchen wir Menschen, die uns das hin und wieder sagen. Wie beim Blasiussegen. Nichts steht zwischen Menschen und Tieren und Gott. Keine Fischgräte, kein Halskatharr. Keine entzündeten Hundemandeln. Niemals. Auch nicht an einem Montagmorgen.


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