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Kirche in WDR 2 | 03.05.2019 | 05:55 Uhr

Pressefreiheit

Pressefreiheit

Heute ist der Internationale Tag der Pressefreiheit.

Ich bin so frei und beziehe drei Tageszeitungen. Die linke „taz“, die eher konservative „Frankfurter Allgemeine“ und unseren „Kölner Stadt- Anzeiger“. Als Wochenblätter bekomme ich die „Zeit“, „Christ in der Gegenwart“ und die „katholische Tagespost“. Ich fühle mich gut informiert, weil ich die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. Das ist für mich praktische Pressefreiheit.

Oft ist mir nicht bewusst, dass das etwas Besonderes ist. In vielen Ländern der Welt gibt es das nicht. Journalisten sitzen im Gefängnis, weil sie kritisch berichten wollen; jedes Jahr werden auch Dutzende getötet.

Die Pressefreiheit ein enorm wichtiges Gut. Und daher bin ich großer Fan vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Denn der garantiert hierzulande – allen Unkenrufen von Rechts zum Trotz – dass hier im höchstmöglichen Maß frei berichtet wird. Hier wird das Programm nicht von der Regierung bestimmt, es gibt die Rundfunkräte. In denen arbeiten Vertreter verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen zusammen, selbst die von der AfD. Ein demokratischer Prozess.

Im Internetzeitalter haben es die Sendeanstalten und auch die traditionellen Zeitungen nicht leicht. Ihre Auflage geht zurück und sie bemühen sich um Präsenz im Internet; mehr oder weniger erfolgreich. Wo wird die Reise hingehen? Auch wenn wir das gar nicht bemerken: das Internet schafft nicht nur Vielfalt, sondern auch ganz oft Gleichschaltung. Darüber hat der Religionswissenschaftler Thomas Bauer ein bemerkenswertes Buch geschrieben: „die Vereindeutigung der Welt“ heißt es.

Eindeutigkeit kommen immer denen zurecht, die auf Kriegsfuß stehen mit der Freiheit. Alle Diktatoren bekämpfen die freie Presse.

Lange hatte auch die Kirche Angst vor dem offenen Wort. Es gab den Index librorum, die Liste der verbotenen Bücher. So war zum Beispiel Immanuel Kant im Priesterseminar im Giftschrank verschlossen. Um den großen Philosophen zu lesen, brauchte es eine Sondergenehmigung. Aus dem Nachlass einer Tante habe ich noch so eine bischöfliche Bescheinigung, dass sie ein vermeintlich gefährliches Buch lesen durfte, aus wissenschaftlichen Gründen.

Zum Glück sind die Zeiten vorbei! Auch wir von der Kirche müssen der freien Presse dankbarsein für ihre Berichterstattung – gerade wenn es weh tut. Ohne die Journalisten, die auch schonungslos die Finger in die Wunden legen, würde sich weniger bewegen in der Kirche.

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